„Kommst du mit ins Fitnessstudio?“
„Geht nicht, mein Einhorn ist krank!“
„Willst du mich verarschen?“
„Wer hat denn angefangen?“
„Kommst du mit ins Fitnessstudio?“
„Geht nicht, mein Einhorn ist krank!“
„Willst du mich verarschen?“
„Wer hat denn angefangen?“
Voller Enthusiasmus erzählt unser kleines Kind immer von seinem Training, seiner Mannschaft und seiner Sportart: Rugby. Nun stand sein erster Einsatz an, 2. Bundesliga, Halle gegen Potsdam, beides Uni-Mannschaften. Klar, das wir das miterleben wollten. Große Enttäuschung, sein Spielerpass, rechtzeitig beantragt, war noch nicht angekommen, also durfte er nicht mitspielen und sah mit uns vom Spielfeldrand zu. Glühwein hielt uns ein wenig warm, einige Zeit zumindest, auch Kapuzen halfen. Die Jungs Männer auf dem Platz spielten sich warm. In der ersten Halbzeit führten die Uni Rovers, Klein F ärgerte sich über seinen verpassten Einsatz, doch freute sich natürlich für seine Mannschaft, die seit langem nichts gewann. Ich für meinen Teil war froh, dass das Kind neben uns stand und nicht auf dem Platz umherrangelte! Der erste musste vom Feld, auch mit Eisspray blieb die Hand verletzt, etwas Weißes soll zu sehen gewesen sein. Ein paar Meter neben uns stand der Spieler, dem vor ein paar Wochen ein Tritt auf die Hand mehrere gebrochene Knochen bescherte. Sagte ich schon, dass ich froh war, dass der Spielerpass des Kindes nicht rechtzeitig kam? Auch wenn er auf einer seitlichen Position gespielt hätte, die Nummer 11, die schnell rennen muss. Aber auch hier gab es viele gehäufte Spieler, Köpfe und Körper, die unten lagen, Stollenschuhe und Rempelschultern, die um den Ball kämpften. Tackeln hört sich ganz sportlich an, doch im Prinzip war das ein mit aller Kraft Umhauen, von vorne, hinten, der Seite, alle drauf. Ich konnte gar nicht hinsehen und konzentrierte mich auf den Glühwein. Einer blieb dann auch liegen, als alle anderen schon wieder auf waren. Weiterlesen
Es ist wieder so ein Tag,
an dem ich denke,
dass es einfacher ist,
ein Einhorn zu finden,
als gesunden Menschenverstand!
Bei bestem Wetter zieht gerade die Kirmes durchs Dorf, allerhand Volk säumt die Wege und die Musi spielt auf. Süßkram, Backwerk, Schnäpse, Bier, Spieße werden, gegen Obolus, verteilt, die Sammelbüchsen unter sämtliche Nasen gehalten. Was sie sich wieder haben einfallen lassen! Inzwischen dürfte der Umzug an seinem Ziel angelangt sein, obwohl ja der Weg das Ziel ist. Wagen und Kostüme wie immer sehr einfallsreich, feiern können die Kirchworbiser ja!
Nebel allerorten, auch im Titel eines „Thrillers“. Dieses Wort steht absichtsvoll in Gänsefüßchen, meiner Meinung nach ist „Nebelkind“ von Emelie Schepp einfach ein Krimi. Es kann ja nicht Thriller heißen, nur weil vage Andeutungen am Ende einiger Kapitel stehen oder es besonders viele schreckliche Leichenfunde gibt, schon gar nicht, wenn die Zeitsprünge auch noch kursiv ins Auge springen. Spannend ist der Krimi jedoch, nachdem ich mich bis zur Hälfte durchgekämpft hatte,las ich den Rest fast in einem Ritt. Glaubwürdig? Irgendwie nicht. Zu viele Stellen erscheinen mir unlogisch, erst gar keine Hinweise, dann Andeutungen und am Ende erzählt der Bösewicht der Opferbösewichtigen-zur-Guten-herangewachsenen, warum er dies alles tut. Einfach so. Er hats allein gemacht. Sie schafft diesen einen weiteren Mord aus unerfindlichen Gründen nicht, erschießt aus Versehen das Kind, welches wie sie zur Tötungsmaschine gedrillt wurde. Ein anderer Böser erschießt seinen Konkurrenten und haut ab. Alles geklärt, Fall abgeschlossen. Genug gespoilert.
Ach, eine Lesevergnügen war dieses Buch nicht wirklich, stellenweise habe ich mich richtig geärgert, was für Sätze ich lesen musste. Liegt das an der Übersetzung? Kann ich mir auch nicht vorstellen. Ein paar Beispiele:
„Jana schloss die Tür hinter sich und hängte ihre Kostümjacke über den lederbezogenen Schreibtischstuhl.“ …. Jana legte einen riesigen Stapel Anklageschriften neben den Laptop.Rasch sah sie auf ihre Armbanduhr.“… „Auf einmal war ihr langweilig.“ …. „Er sah auf seine silberne Armbanduhr“ … So geht es manchmal seitenweise. Das kommt mir genauso vor, wie wenn man aus Versehen einen Film mit Erklärungen (für Taube oder Blinde) anschaut. Was sollen nur die ganzen unnützen Adjektive? Die Personen werden nicht plastischer, wenn man ihnen Adjektive zuordnet. Hasserfüllte Blicke kann ich mir ja noch vorstellen, aber „hämmern“ Laufschuhe den Asphalt.? Und, und, und. Ich musste mich manchmal ganz schön aufregen.
Schweden ist so ein schönes Land, gar nicht so dicht besiedelt, viel Platz und viel Gegend. Dennoch Schauplatz so vieler Verbrechen die sich verschiedene Autoren ausdenken, durchaus Thriller darunter. Dieses Buch kann ich jedoch nicht empfehlen, es ist einfach nicht schlüssig, die Auflösung unbefriedigend, die Figuren bleiben farblos und man hat überhaupt keine Lust,sich eigene Gedanken darüber zu machen.
Gelesen für BloggdeinBuch:
Emelie Schepp „Nebelkind“ Thriller
Originaltitel: Märkta for livet
Originalverlag: En & Ett, Stavsjö 2013
Aus dem Schwedischen von Annika Krummacher
Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-0069-7
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Blanvalet
Erscheinungstermin: 17. August 2015
Krank sein ist doof. Kartenspielen, Klassentreffen und selbst ein Spaziergang waren unmöglich, Hühnersuppe und Sofaliegen, exzessiver Taschentuchverbrauch und Gejammer waren dieses Wochenende meine Favoriten. Heute dann kurz nach Mittag zwei Stunden auf der Schaukel im Garten, gut gepolstert und mit Katzenbewachung, gelesen und geschaut. Wie schön, Sonne, blauer Himmel und die vielen Farben der Bäume und Sträucher, im Garten und ringsherum ist so einiges los, Meisen, Krähen und Eichhörnchen streiten sich um die Nüsse, Nachbars Kater stromert umher, man hört sogar die Blätter fallen. Wunderschöner Herbst!
Die Sonne scheint, die Bäume leuchten in allen Farben, die Menschen eilen gutgelaunt durch die Stadt und die Cafés sind gut besucht. Es stehen auch noch viele Stühle draußen, umrahmt von Vliesdecken und unter Sonnenschirmen und Wärmelampen. Doch noch nicht einmal die Raucher mögen sich hier niederlassen und ziehen die Innenräume vor. 
Die ersten Glühweine werden angeboten, Bratwurstduft zieht durch die Straßen und als besondere Aktion gibt es heute kein Freibier. Hab ja sowieso keinen Durst.
(gesehen am 27.10. 15 in Erfurt, Klara-Grün Café)
Die letzten Blüten im Garten sind heute unter die Butter gekommen: Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Borretsch
, Gänseblümchen, Veilchen (die seltsamerweise jetzt, Ende Oktober, die Wiese bevölkern) und ein wenig Maggikraut. Alles schön kleingehackt, ein große Prise Meersalz dazu und dann mit einer Gabel in die weiche Butter drücken. Fertig. (Die Idee dazu habe ich übrigens von meiner Lieblingsnachbarin, die immer mal meinen Wildwuchsgarten plündert.) Ideal dazu: frisch gebackenes Nussbrot. Das habe ich heute allerdings theoretisch gebacken, denn praktischerweise muss erst mal das gekaufte Roggenbrot aufgegessen werden. Blütenbutter zum Mitnehmen habe ich in einem kleinen Döschen, für mein in-der-Pause-Brot, der größte Teil ist in einem ex-Eisbecher aus Keramik im Kühlschrank. Ein Genuss!
Ich liebe diese ausgedehnten Sonntagsspaziergänge.
War schon im Bad, bin am Kühlschrank vorbei und jetzt auf dem Weg zur Couch.
Wetter spielt auch mit.
Der Physiklehrer an sich scheint eine aussterbende Spezie zu sein, denn meine Schule zum Beispiel hat überhaupt keinen, sucht wenigstens einen und findet gar keinen. Also findet kein Physikunterricht statt, zum Verdruss der Eltern, der Lehrer und aller Verantwortlichen. Den Schüler indes tangiert es noch nicht einmal peripher. Physikalisches Wissen wird sowieso überbewertet, wie in der letzten Arbeit die Neuntklässer in der Schule eines Familienmitgliedes wieder eindrucksvoll bewiesen haben:
„Der Gleichstrommotor bewegt sich von rechts nach links und macht immer mehr Umdrehung. denn er wird von der Süd und Nordpol Anziehung Angezogen.“
„Die Magnetnadel geht durch einen durchflossenen Leiter.“
„Der Motor dreht sich erst ganz langsam und gibt kaum Strom ab. Der Motor dreht sich immer schneller und gibt dann Strom ab. Er stößt sich weiter ab damit er schneller wird und dabei wird das Magnetfeld auch grösser. Jetzt hat er sein Maximum und gibt am meisten Strom ab.“
„Oerstedt spannt einen Draht der eine elektronische Energie in sich hatte.“