„Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.“
Hermann Hesse
„Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.“
Hermann Hesse
„Der Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.“
Kurt Tucholsky
In der letzten Pause muss ich mal rasch auf die Toilette, die nächstgelegene natürlich, die nächste Klasse ist schon im Kunstraum, also ist es dringend und eilig. Dummerweise erwische ich eine Schülerin, die es sich am Fensterbrett vor den Boxen mit ihrem Handy gemütlich gemacht hat. Es entspann sich ein interessanter Dialog:
„Gib mir dein Handy. Du verstößt gegen die Hausordnung. Ich muss es dir wegnehmen!“ – „Aber! Das machen doch alle so!“ – „Gib mir dein Handy. Du verstößt gegen die Hausordnung.“ – „Das machen doch alle so!“ – „Dich habe ich jetzt erwischt. Pech. Gib mir dein Handy!“ – „Aber Sie müssen doch aufs Lehrerklo gehen!“ – „Schon wieder Pech! Gib mir jetzt bitte endlich dein Handy! Du verstößt gegen die Hausordnung!“
Unter Tränen gab sie mir das Handy und ging nach Hause, denn sie hatte schon die letzte Stunde. So ein Pech aber auch!
(Auf dem gesamten Schulgelände und während der gesamten Unterrichtszeit müssen die Handys ausgeschaltet sein und dürfen nicht benutzt werden. Die eingezogenen Handys kommen in den Tresor und müssen von den Eltern abgeholt werden.)
Klar, dass ich die Böse in der Geschichte bin.
„Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann:die Vernunft und die Angst!“
Walter Moers (Die Stadt der träumenden Bücher)
40 Tage nach Weihnachten: Heute räumen auch die Letzten ihren Weihnachtsschmuck wieder weg, Mägde dürfen sich einen neuen Herrn suchen, täglich grüßt das Murmeltier, für jedes Wetter gibt es den passenden Spruch, ich brauche nicht mehr zu spinnen, seine Kerzen für das ganze Jahr kann man weihen lassen und endlich geht es schneller mit Verlängerung der Tageszeit.
„Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zu dem Problem.“
Fluch der Karibik
Auch „Zettel“ von Eltern sind ein Quell der Freude:
„Frau B., leider war es uns nicht möglich, den Vortrag von einem auf den anderen Tag fertig zu stellen. Wir bitten um Aufschub, da anderen Mitschülern mindestens eine Woche vorher gesagt wurde wann sie ihren Vortrag vorstellen sollen. Dieses Recht möchten wir auch gern in Anspruch nehmen.
Danke U. R.“
Ein dicker Brief lag im Fach, der Minister schreibt (oder unterschreibt)! Mehrere Seiten, dicht bedruckt. Er freut sich. Wir wollen Effekte heben, die das Lehren und Lernen interessanter und attraktiver machen. Es geht um eine Dienst- Mail- Adresse. Ich überfliege den Brief und die zugehörige Dienstanweisung. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, es erscheint mir sehr umständlich, ich erkenne keinen Nutzen. Nichtsdestotrotz mache ich mich nachmittags ans Werk, logge mich ein, gebe alle Nummern ein und habe eine weitere Adresse. Dann versuche ich, mein Kennwort zu ändern, vom „Portal“, bei dem man sich immer erst anmelden muss. Es gibt diese Option. Fehlermeldung: Der eingegebene Benutzername wird bereits verwendet. Bitte geben Sie einen anderen Benutzernamen ein! Ich wundere mich ein wenig und gebe den vorgeschlagenen anderen Benutzernamen ein. Fehlermeldung: Der Geschäftspartner wurde nicht gefunden. Ich breche wieder ab. Aber nun kann ich mein neues Postfach nicht mehr aufrufen, ich bekomme angezeigt, dass das Kennwort geändert wurde. Ich greife auf den alten Trick des Neustarts zurück, gebe noch einmal mehrere Nummern ein und „bin drin“. Nach dreißig Minuten. Diesen Erfolg will ich feiern und lese die Dienstanweisung. Ich markiere. Ich lese noch einmal. Ich mache Computer und Licht aus, verlasse das Arbeitszimmer und öffne ein Bier. Hopfen beruhigt bekanntlich. Ich war schon im Lehrerzimmer die Einzige, die sich aufregen wollte, es ist kein Thema, da Mailverkehr ja unnötig ist. Brauchen wir sowieso nicht. Geht auch ohne. Jetzt, wo ich dies geschrieben habe, mache ich mir ein Bier auf. Hopfen beruhigt. “ Wir tun das für unsere Schülerinnen und Schüler. Wir wollen sie fit machen, in der digitalen Welt von heute und morgen ihren Mann und ihre Frau zu stehen.“ Satire?