Da ist man Samstag und Sonntag genau zur Weckerklingelzeit wach, egal, wann man sich schlafen gelegt hat. Auf einmal ist Sonntagabend und man kann nicht so gut einschlafen, ist man es dann endlich, reißt der blöde Wecker, Montag, Montag schreiend einen aus dem Tiefschlaf und völlig übermüdet versucht man, den Tag in den Griff zu kriegen. Ich bin morgens immer müde!
Ganz schnell verschwand die Schneedecke auf den Wiesen, nach nur einem Tag Sonnenschein frühlingt es, sogar die Mücken tanzen vor Freude. Ich musste heute Morgen bei der Autofahrt sogar die Sonnenbrille aufsetzen!!!! Nur durch den Wald laufen (so als Waldlauf ) geht noch nicht, dort sind die Wege mit einer dicken Eisschicht bedeckt, das wird wohl noch eine Weile dauern. Statt zu laufen habe ich ein bisschen im Garten rumgerecht, von Vogelgezwitscher und balzenden Katern begleitet. Jetzt habe ich Rücken. Und Arme. Dabei muss ich noch den Rotstift schwingen. Doch vorher scheint es etwas Leckeres zum Abendessen zu geben, GroßF klappert vielversprechend in der Küche rum. Jahrelang hat er sich nur von Nutella und Salami ernährt, wurde wegen Untergewicht ausgemustert, entdeckte Fastfood während des Studiums und jetzt kocht er uns allen was vor! Wir schmausen voll des Lobes die neuesten Herdkreationen und erfahren, dass er viele Qualitäten habe. So isses.
Schon Sonntagabend beginnt der Montagsblues. Das Aufstehen fällt schwer, obwohl ich schon vor dem Weckerklingeln wach bin, mehrmals, bis ich mich endlich losmache. Auf der Fahrt in die Schule bringt ein farbenfreudiges Sonnenaufgangsspektakel ein bisschen gute Laune. Die sich leider nicht über den Tag retten lässt. Dann schneit es auch noch, regnet, schneit wieder, und über den Berg ist es ganz schön glatt. Nach einer kurzen Rutschpartie, natürlich in der Kurve, natürlich nahe am Abgrund, geht es im Schleichtempo nach Hause. Hier warten mehrere Klassenarbeiten auf meinen Rotstift. Montag ist doof! Ich glaube, ich fange eine neue Rubrik an: Die Montagsmusik!
Warum es auf dem Weg zur Arbeit relativ hell ist? Es ist Samstag. Tag der offenen Tür. Menschenmassen und Rundumversorgung. Doch kurz nach acht ist erst ein einziges Auto unterwegs und so kann ich problemlos mitten auf der Straße halten und fotografieren. Mühlhausen noch im Dunst, ebenso der Hainich, nur der heimatliche Inselsberg ragt heraus. Heißt er deshalb so?
Beim Aufräumen meines Schreibtisches fiel mir ein Zettelchen entgegen, seltsame Schreibweisen – oder kreative Wortschöpfungen? Das rechte Schreiben will gelernt sein. Also, die Lehrer wollen das. Schüler wollen nicht schreiben, jedenfalls nicht, wenn sie auf Rechtschreibung achten sollen. In nur einer (!) Woche durfte ich folgendes lesen:
Rolle vorwertz
ich wünsche mir, das vier mal rausgehen
probozieren
Pferbrante erde
brachtgegenstände
er viel hin
Inhalsverzeichnis
Konrad Duden dreht sich wahrscheinlich im Grabe rum. Und ich muss mir bald wieder das Grau meiner Haare bearbeiten lassen.
Blauer Himmel, Sonnenschein, Minusgrade, Schnee überall und mal wieder Zeit, ein bisschen zu wandern. Treffpunkt ausgemacht, Proviant eingepackt, Mütze auf den Kopf und dann: immer bergauf. Ziel: Biathlon in Kaltohmfeld. Leider nur als Zuschauer, ich konnte meine Familie nicht überzeugen, mitzulaufen. Nächstes Jahr aber! Beschwerlich genug war der Aufstieg, das Stapfen durch den tiefen Schnee gestaltete sich schweißtreibend, trotz oder wegen der Trinkpausen. Endlich am Ziel schmeckte der Glühwein extra lecker. Die Gulaschsuppe aus der Kanone wärmte den Bauch zusätzlich, die nächsten Glühweinrunden sowieso, unterbrochen von Schwatzrunden mit Bekannten. Wir beschlossen, den Rückweg in Angriff zu nehmen, wollten vorher noch schnell beim Schießstand vorbeisehn. Dort gab es – Glühwein! Wir verproviantierten uns von Neuem und wagten und wiegten uns wieder abwärts. Den schönen Tag ließen wir bei bei den Anstiftern des Wanderns ausklingen. Das heißt, wir saßen uns dort fest und tranken fröhlich weiter. Der finale Heimweg im Finsteren konnte uns nicht mehr völlig ausnüchtern, so dass zwei von uns heute einen etwas schweren Kopf hatten. Auch die Beine sind etwas schwer, 15 km durch den Schnee sind doch nicht so ohne. Das war ein wunderbarer Tag!
Man darf sich nicht zu viel Zeit lassen, sondern muss möglichst vorn vor der noch verschlossenen Tür stehen, abwechselnd Toilette und Getränkestand aufsuchen und sich wieder nach vorne kämpfen. Ganz wichtig: Losstürmen, sobald die Türen geöffnet werden, den Rotwein etwas von sich halten, damit er woandershin schwappt. Geschafft! Opimale Stehplätze, nur eine kleine Frau vor mir, ich kann bequem darübergucken. Wir stehen auch etwas erhöht, da auf dem Fußteil der Absperrung. Noch 90 Minuten, bis es losgeht. Die Messehalle füllt sich langsam. (Übrigens hatten wir auch damals, in Jena, ziemlich weit vorne gestanden) Superpünktlich rockt der Peter los, seine Band natürlich auch, unermüdlich, ununterbrochen, 3 Stunden lang (wie wir auch schon in der Lokhalle das vorige Konzert zu „Tattos“ erlebt haben). Wir Publikum rocken mit, singen mit, klatschen mit, sind begeistert. Die Songs seiner neuen CD sind alle toll, „Wenn das so ist“ und „Halleluja“ gefallen mir am besten, dann spielen sie die Klassiker, die sie inspiriert haben (bis hin zu Love me tender!) und dann noch die „alten“ Kracher. Per SMS konnte man sich den letzten Song wünschen, zu seiner eigenen Überraschung spielten sie dann „Eiszeit“, aber natürlich war das nicht das wirklich letzte Lied. Denn „über sieben Brücken“ wollten wir alle noch gehen. Grandioser Abend, grandioser Maffay, grandiose Band, grandioses Konzert!
Professionelle Fotos vom Konzert (und das Tourtagebuch) gibt es hier.