Wozu mir Ameisen verhalfen

Umgedreht. Wozu ich Ameisen verhalf. Denn ich war emsig im Garten. Unermüdlich. Heute schaffe ich noch das Beet vor meinem Fenster, dann bin ich eine Runde rum und fange von vorne an. Ich habe sogar eine Reihe Kartoffeln gesteckt! Es gibt auch wieder Erdbeerpflanzen und auch Salat, wie in den Anfangszeiten des Gartens. Die vereinzelten Nachbarschaftsspaziergänger staunen nicht schlecht. Doch auch bei Trockenheit gedeiht das Unkraut prächtig. Ich grabe und grabe, der Hausherr muss manchmal sogar mit der Spitzhacke helfen. Das macht er immer dann, wenn sich eine Fliese besonders widerborstig anstellt. Irgendwann wird das kleine Bad schon fertig werden. Genau wie der Garten. Seit Wochen werkeln wir auf unseren Baustellen, das hilft etwas gegen den Trübsinn. Mit der Gesamtsituation unzufrieden machen wir mal „was anderes“. Mit der vehementen körperlichen Arbeit haben wir die Tierwelt infiziert. Sperlinge nisten in der Dachrinne, Amseln auf einem Balken und Rotschwänzchen auf einem anderen. Ein Dachs lief immer am Zaun entlang, ein unbekanntes Tier hat ihn unterhöhlt. Die Katzen sielen sich in der trockenen Erde. Alle Katzen. Dann düngen sie. Tausende Waldameisen siedeln im Hackeklotz und schleppen sehr viel Material dorthin, ein Haufen ensteht. Sie mühen sich unermüdlich mit riesigen Lasten ab, tragen sie den Stamm hoch und lassen sie dann fallen. So räumen auch sie den Garten auf. Man kann sie sogar hören! Wir lassen sie, doch müssen wir uns wohl einen anderen Sitzplatz suchen.  Die Hollywoodschaukel ist auch wieder schön, von dort kann man die Ameisen gut beobachten. Und dann arbeiten wir alles weiter.

Wann kann ich endlich wieder in die Schule gehen? Ich beobachte schon Ameisen.

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Zitat am Wochenanfang #14

„Aber glaubt mir,

dass man Glück und Zuversicht

selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag.

Man darf nur nicht vergessen, ein Licht leuchten zu lassen.“


(Dumbledore in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) 

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Bier im Garten

Wir waren nicht allein unterwegs, auf dem Radweg entlang des alten Bahndamms, die Idee zu radeln hatten wahrlich viele. Ziel war wieder Duderstadt, doch ohne Einkehr. Dafür mir einer Runde auf dem Wall und Picknick. Natürlich war auf dem Rückweg , immer bergan, ordentlich Gegenwind. (Ich sollte außerdem zukünftig bedenken, nicht unbedingt eine Jeans zum Radfahren zu tragen.) Auch fiel der Besuch im Biergarten aus, da es einfach keinen geöffneten gibt, aus Gründen.

Ich will aber einen Biergarten! Oder wenigstens Bier im Garten. Los geht’s:

  1. Eine angemessene Fläche muss zunächst unkrautfrei gemacht werden. Das ist Schwerstarbeit, Pausen müssen unbedingt eingehalten werden.
  2. Vorsichtig müssen dann Furchen gezogen werden, am Besten mit dem Stil eines Rechens.
  3. Im Abstand von 5 cm wird dann das Saatgut eingebracht, sortenrein oder die wilde Mischung, ganz nach Geschmack.
  4. Schon nach kurzer Zeit kann geerntet werden.
  5. Man sollte jedoch zunächst das Erntegut einer Geschmacksprobe unterziehen, am Besten zu zweit.
  6. Um genügend Nachschub zu haben, sollte man das neu gewonnene Saatgut gleich wieder in die Erde bringen.

 

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Zitat am Wochenanfang #13

„Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an.“
Marie von Ebner-Eschenbach

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Ferien?!

Die Bahnfahrt zog sich wieder endlos, die Stunden tröpfelten so dahin. Dabei hatte alles wunderbar geklappt: vorzügliche Abendverköstigung bei GroßF, ein paar Spielchen und ein paar Stunden Schlaf auf dem Sofa. Frühmorgens wurden wir vor dem Bahnhof in Frankfurt abgesetzt, wir hatten noch Zeit für einen Kaffee und im Buchladen kaufte ich Lesefutter. Im Zug hatten wir gute Plätze und bis Paris nur einige Minuten Verspätung. Um zum anderen Bahnhof zu kommen, fährt man mit der U-Bahn, das klappt ganz ganz, allerdings wird der Koffer mit jeder Treppe schwerer. Viele Treppen, hoch, runter, hoch, runter. Doch wir schaffen es, der Zug ist schon da, wir haben noch ein paar Minuten. Aber es zieht sich …. Irgendwann habe ich keine Lust mehr, auf dem Handy zu spielen, lesen geht nicht, schlafen auch nicht, zum Glück wird die Landschaft draußen vor dem Fenster wieder abwechslungsreicher. Endlich, endlich, sind wir da. Wir warten ein paar Minuten an der Bushaltestelle und steigen dann in der Mitte ein, wo die Koffer Platz haben. Dafür werden wir vom Busfahrer zurechtgewiesen, auf Französisch, versteht sich. Direkt am Hafen steigen wir aus, inzwischen sind wir auch aufgeregt, ob unser Schiff unsere Abwesenheit gut verkraftet hat. Alles ist gut! Nur ein bisschen schmutzig, aber das ist ja klar. Luken auf zu Lüften, das Anleger-Bier trinken wir an Deck, im Sonnenschein. Dann räumen wir hin und her und richten uns wieder ein. Die erste Nacht mit leichtem Schaukeln vergeht im Tiefschlaf. Schon mit der Dämmerung werde ich wach, es warten viele Aufgaben, ich will endlich loslegen. Auch auf anderen Schiffen wird schon gewerkelt, die ersten Surfer und Kiter sind in der Bucht, viele Kinder machen ihre Paddelboote fertig und wollen ins Wasser. Das wird ein feiner Sonntag! Ich bin voller Vorfreude.

Cut.

So war es Anfang Februar. So sollte es auch jetzt, Anfang April, sein. Nur wärmer.

Stattdessen: Seit Tagen grabe ich um, entferne Unkraut. Der Skipper gräbt auch um, das Bad. Auch hier musste alles raus. Und neues muss noch rein. Das Wetter ist herrlich, heute und morgen soll es auch richtig warm werden. Doch freuen kann ich mich darüber nicht wirklich. Auch wenn wir Haus und Garten haben und den Wald dahinter. Raus können. Ich schaue immer mal wieder zur Webcam, um den Hafen zu sehen. Da ist niemand! Niemand flaniert, auch Jogger oder Leute mit Hund sind nicht mehr zu sehn. Ostern kann mich mal.

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Zitat zum Wochenanfang #12

Verschiebe nicht auf morgen,

was genausogut

auf übermorgen verschoben werden kann.

(Mark Twain)

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Ohne Kaufen geht auch

Im Kaufrausch aus Langeweile? Im Bestellwahn? Ideale Zeit, um Abstand zu nehmen, auch von Dingen. Man kann die Dinge gar nicht zählen, die man besitzt. Die einen besitzen. Als Entscheidungshilfe ein paar Fragen, vor dem Kauf:

  • Brauche ich es wirklich?
  • Habe ich etwas Ähnliches?
  • Wie oft verwende ich es?
  • Wo bewahre ich es auf?
  • Passt es zu den Dingen, die ich schon habe?
  • Liebe ich es?
  • Werde ich es später auch noch genial finden?

Auch wenn ich einige Fragen so beantworte, dass ich immer noch mit einem Kauf liebäugele, halten mich die letzten Fragen doch meistens davon ab. Lieber in Erlebnisse investieren. Auch wenn das im Moment nicht möglich ist. Statt einer Wunschliste mit Dingen also lieber eine Wunschliste mit Erlebnissen. Für die Listenschreiber unter uns, allerorten kann man Bucket-Lists lesen. Dinge sind da nicht drauf!

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Zitat zum Wochenanfang #11

„Wir denken selten an das, was wir haben,

aber immer an das, was uns fehlt.“

(Arthur Schopenhauer)

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Alles blockiert.

Die ganze Woche schon ringe ich mit mir. Die unerwartete Zeit nutzen für Liegengebliebenes und Neues. Gelähmt sein vor Angst und Sorgen und nichts tun können. Im Stundentakt wechselnd. Positiv Denken ist nicht meine Stärke. Mitten in einem Thriller (von Marc Elsberg oder Andreas Eschbach) stecken, aber gefangen in der eigenen Sicht und Entscheidungen anderer ausgeliefert sein. So ist das sicher immer, aber jetzt tritt es so deutlich zu Tage. Die Beschneidung der Grundrechte trifft uns alle hart. Sehe ich aber ein, eine begrenzte Zeit lang. Die Nachrichten, aus anderen Ländern und aus dem eigenen sind erschütternd. Da geht es uns im Moment noch richtig gut, mit Haus und Hof im Dorf am Wald. Ich stürze mich in die Gartenarbeit und T. renoviert das kleine Bad. Zu tun gibt es genug. Aber heute schaffe ich es einfach nicht vom Sofa hoch.

Was soll ich nur schreiben? Genug zum Aufregen gibt es, genug Neuigkeiten, genug Änderungen. Aber irgendwie nichts Positives. Alle anderen Rubriken, zu denen ich sonst schreibe, kommen mir so belanglos vor. Ich glaube, ich mache mal eine längere Pause, wenn ich meine Motivation nicht wiederfinde.

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Zitat zum Wochenanfang #10

Du glaubst zu schieben

und du wirst geschoben.

(Goethe, Faust I )

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