Ferien?!

Die Bahnfahrt zog sich wieder endlos, die Stunden tröpfelten so dahin. Dabei hatte alles wunderbar geklappt: vorzügliche Abendverköstigung bei GroßF, ein paar Spielchen und ein paar Stunden Schlaf auf dem Sofa. Frühmorgens wurden wir vor dem Bahnhof in Frankfurt abgesetzt, wir hatten noch Zeit für einen Kaffee und im Buchladen kaufte ich Lesefutter. Im Zug hatten wir gute Plätze und bis Paris nur einige Minuten Verspätung. Um zum anderen Bahnhof zu kommen, fährt man mit der U-Bahn, das klappt ganz ganz, allerdings wird der Koffer mit jeder Treppe schwerer. Viele Treppen, hoch, runter, hoch, runter. Doch wir schaffen es, der Zug ist schon da, wir haben noch ein paar Minuten. Aber es zieht sich …. Irgendwann habe ich keine Lust mehr, auf dem Handy zu spielen, lesen geht nicht, schlafen auch nicht, zum Glück wird die Landschaft draußen vor dem Fenster wieder abwechslungsreicher. Endlich, endlich, sind wir da. Wir warten ein paar Minuten an der Bushaltestelle und steigen dann in der Mitte ein, wo die Koffer Platz haben. Dafür werden wir vom Busfahrer zurechtgewiesen, auf Französisch, versteht sich. Direkt am Hafen steigen wir aus, inzwischen sind wir auch aufgeregt, ob unser Schiff unsere Abwesenheit gut verkraftet hat. Alles ist gut! Nur ein bisschen schmutzig, aber das ist ja klar. Luken auf zu Lüften, das Anleger-Bier trinken wir an Deck, im Sonnenschein. Dann räumen wir hin und her und richten uns wieder ein. Die erste Nacht mit leichtem Schaukeln vergeht im Tiefschlaf. Schon mit der Dämmerung werde ich wach, es warten viele Aufgaben, ich will endlich loslegen. Auch auf anderen Schiffen wird schon gewerkelt, die ersten Surfer und Kiter sind in der Bucht, viele Kinder machen ihre Paddelboote fertig und wollen ins Wasser. Das wird ein feiner Sonntag! Ich bin voller Vorfreude.

Cut.

So war es Anfang Februar. So sollte es auch jetzt, Anfang April, sein. Nur wärmer.

Stattdessen: Seit Tagen grabe ich um, entferne Unkraut. Der Skipper gräbt auch um, das Bad. Auch hier musste alles raus. Und neues muss noch rein. Das Wetter ist herrlich, heute und morgen soll es auch richtig warm werden. Doch freuen kann ich mich darüber nicht wirklich. Auch wenn wir Haus und Garten haben und den Wald dahinter. Raus können. Ich schaue immer mal wieder zur Webcam, um den Hafen zu sehen. Da ist niemand! Niemand flaniert, auch Jogger oder Leute mit Hund sind nicht mehr zu sehn. Ostern kann mich mal.

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