„Menschen sagen ’nichts ist unmöglich‘, aber ich mache jeden Tag nichts.“
Winnie Puuh
„Menschen sagen ’nichts ist unmöglich‘, aber ich mache jeden Tag nichts.“
Winnie Puuh
Seit einer Woche sind wir wieder auf dem Schiff, und wir konnten auch endlich weiter. Brest ist zwar schön, die Marina Moulin Blanc insbesondere. Doch seit letzten August hingen wir dort fest. Im Oktober segelten wir nur ein bisschen hin und her, das Wind und Welle erlaubten keine längeren Strecken. Im Februar arbeiteten wir am Unterwasserschiff an Land, wir mussten zum Kran geschleppt werden, da der Motor nach einem Startversuch versagte. Aber BrestNautic sicherte uns Reparatur zu, gleich in der ersten Märzwoche. Doch die strenge Ausgangssperre über Wochen schien vergesslich zu machen, es passierte nichts. Mitte Juni fuhren wir ja übers Wochenende mit dem Auto her, da eingebrochen wurde. Natürlich war der Motor immer noch kaputt und der Skipper war ständig bei der Firma, um zu drängeln. Zusicherungen. Mails. Kostenvoranschläge. Anrufe. Am Freitag, Stunden vor unserer Abfahrt zum Bahnhof, eine weitere Mail, sie hätten repariert, aber auch die Lichtmaschine muss ausgetauscht werden, ob sie sie denn bestellen sollten? Am Samstag Mittag waren wir hier und werkelten bei schönstem Wetter wieder alles zurecht, nach Monaten gibt es doch das eine oder andere zu tun. Montag sicherte BrestNautic die Reparatur für den Nachmittag zu. Endlich, endlich kam der Monteur, baute alles ein. Aber der Motor lief nicht, keine Energie. Zufällig hatte er „für einen anderen Kunden“ eine neue Starterbatterie mit, die er einbaute. Denn unsere Batterie, stellte sich zu unserem Erstaunen heraus, war hinüber. Der Deckel war ab, die Zellen waren offen, eine Seite war aufgeplatzt. Mechanische Beschädigungen. Natürlich wusste der Monteur von nichts. Die Rechnung ist exorbitant. Wir konnten aber endlich los. Nach zwei Tagen war das Kühlwasser schon mal im Motorraum, wir hoffen nun, die Gummimuffe vom Wärmetauscher etwas dichter bekommen zu haben. Der Boiler macht nur mit Landstrom heißes Wasser, nicht unter Motor. Auf keinen Fall fahren wir zurück nach Brest, die Firma das in Ordnung bringen zu lassen. Wir wollen weiter, über die Biskaya. Vorher müssen wir noch ein bisschen hin und her motoren. Hier in der Bucht von Benodet liegen die Häfen nicht weit auseinander, und überall ist es sehr schön. In zwei Tagen beginnt ein günstiges Wetterfenster, dann wollen wir los.
„Beschweren ist albern.
Entweder handeln oder vergessen.“
Joker, Batman
Ich auch. Außerdem bin ich mit der Gesamtsituation unzufrieden!
Überall Blüten, voller Bienen, Hummeln, Schmetterlingen. Aber auch für uns eine Nascherei. Über den Salat kommen, kurz vor dem Anrichten frisch gepflückt: Kapuzinerkresse, Taglilien, Borretschblüten (so schön blau), Schnittlauchblüten, Rosen und Gänseblümchen. Rosenblüten sind auch im Zucker, in einem schönen Glas ziehen sie durch.
In die Butter kommen auch diese Blüten, kleingeschnitten. Dazu noch geröstete Pinienkerne. Passt zu Süßem oder zu Herzhaften, dann müsste noch Kräutersalz darüber: Rosmarin. Thymian. Eine Lavendelblüte. Ysop. Ich muss jetzt gleich mal in den Garten, die Kräuter sind gerade so schön….
(Charlie Mackesy: Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd)
„Das Wichtigste ist, dein Leben zu genießen, glücklich zu sein.
Das ist alles, was zählt.“
Audrey Hepburn
Auch im Mai und Juni waren wir wieder im Harz auf unterschiedlichen Touren unterwegs. Wir wanderten eigentlich so, wie wir es schon immer gemacht haben. Aber das ist falsch, musste ich nachlesen. Wie es richtig geht:
„Wenn du möchtest kannst du, falls ein Angebot vorhanden, einen Kurs im Waldbaden besuchen. Jedoch ist es genauso gut möglich sich auf eigene Faust in den nächstgelegenen Wald zu begeben. „ Wir versuchen es immer auf eigene Faust (Beim Gatten manchmal heimlich geballt, da er meistens der Fahrer ist.) Nicht der nächstgelegene Wald, nicht begeben.
„Der Anblick der grünen Bäume und der reinen Natur hat eine beruhigende Wirkung.“ Der jüngere Sohn lässt auf einer Lichtung die Drohne los und wir schauen gebannt aufs Handydisplay: „Ach, ist das schön grün hier!“ – „Du musst auch mal eine Referenzfichte filmen!“
„Die Stimulation der Sinne durch Natureindrücke verbessert Schlaf und Konzentrationsfähigkeit. Ebenso hat dies einen positiven Effekt bei Demenz und Alzheimer.“ Ich war hier noch nie. Wo sind wir nochmal? Das ist sehr positiv. Was? Die Konzentration im Schlaf? Ich schlafe gar nicht, ich konzentriere mich!
„Atmest du langsam und tief, beruhigt sich dein Puls und du wirst ruhiger.“ Definitiv mache ich das falsch. Bin ich endlich oben, geht es gleich wieder bergab, genauso anstrengend, der Puls galoppiert. Immer wieder muss ich anhalten, natürlich nur, weil es gerade da so wunderschön ist. Und ich atmen muss. Wo ist die nächste Bank?
„Ist dir die Wanderung zu anstrengend, kannst du dich auf einen Baumstumpf setzen und ausruhen.“ Ah, auf einen Baumstumpf. Nun, daran mangelt es nicht. Ich will aber trotzdem eine Bank, da kann ich mich anlehnen. Wenn man sich genug ausgeruht hat, wird es jedoch nicht weniger anstrengend. Der Berg ist ja immer noch da.
„Viele denken Waldbaden und die dazugehörigen Übungen seien langweilig, doch ganz im Gegenteil kann Waldbaden sehr interessant und spannend sein, wenn man Augen und Ohren offen hält.“ Wir üben lesen und lesen alle Schilder. Und Wegweiser. Pflanzenbestimmungen am Wegesrand und Dammbauen sind unsere Übungen.
„Packe ausreichend Proviant ein.“ Na klar, das machen wir schon immer. Schnittchen mit Wurst. Und Ei. Ein Fußpils und einen Piccolo. Es kommt auch die eine oder andere Gastronomie vorbei mit Außerhausverkauf. Es gibt Pilze und Wild. Dazu braucht man ein Taschenmesser, dass wichtigste Utensil im Rucksack. Oder in der Hosentasche.
„Verschiedene Stellen in Deutschland bilden eine Ausbildung für Waldbaden an.“ Jetzt weiß ich endlich, was das Stempeln soll! Das ist überhaupt kein Spaß, sondern eine Ausbildung! Hej, Wanderprinzessin, zertifizierte Waldbaderin ist man erst bei allen 220 Stempeln!
„Die Ausbildung ist normalerweise innerhalb weniger Tage abgeschlossen und kostet wenige hundert Euro.“ Ich glaube, das stimmt nicht. Wer macht denn so was? Stadtkinder!?
Habt ihr den Trick bemerkt? Von wegen 10 Tipps? Sind nur 9!
„Gedanken wollen oft – wie Kinder und Hunde –
dass man mit ihnen im Freien spazieren geht!“
Christian Morgenstern
Ziemlich früh sind wir losgefahren, nach Neuhof im Harz. Schon 9 Uhr waren wir an der ersten Stempelstelle und tranken Thermoskannenkaffee. Eine schöne kleine Runde um die Teiche, Angler und Wanderer nutzen ebenso das bedeckte Wetter. Auf der „Sonnenalm“ entschieden wir, noch ein Stückchen zu fahren um weiter zu wandern. Im Wald war es einfach wunderbar, die riesigen Bäume beeindruckten mich sehr, der Wanderweg war wieder eine Entdeckung. Im Klostercafe Walkenried gab es lecker Eisschokolade, eine schöne Erfrischung, denn inzwischen knallte die Sonne herab. Zum Mittagsschlaf waren wir wieder zu Hause, 8 sehr abwechslungsreiche Kilometer und drei Stempel reicher. Schöne Sonntagsrunde!