„Das, was jemand über sich selbst denkt,
bestimmt sein Schicksal.“
Mark Twain
„Das, was jemand über sich selbst denkt,
bestimmt sein Schicksal.“
Mark Twain
„Der Geist ist wie ein Fallschirm: er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.“
Walter Gropius
„Nur wer sich auf den Weg macht
wird neues Land entdecken.“
Hugo von Hofmannstal
„Ein Buch ist ein Spiegel. Wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken!“
Georg Christoph Lichtenberg
Nach so langer Zeit, die sich zäh anfühlte, auch lähmend, durften die Auserwählten wieder in die Schule gehen. Und ich nehme das Rad, obwohl mir früh fast die Ohren abfrieren. Es ist nicht alles wie immer, aber manche Schüler haben die Zeichen der Zeit wieder nicht erkannt. Das nervt diejenigen, die sich richtiggehend fürchten, da die Prüfungen nahen und sie sich (zu Recht) noch nicht ausreichend vorbereitet fühlen. So mussten wir uns ungefragte Zwischenrufe anhören, wie:
Jetzt weiß ich wieder, was ich so vermisst habe. Ich kann mich wieder über Schüler aufregen! Ich kann in der Schule arbeiten, nicht mehr nur zu Hause. Ab morgen auch mit mehr Stunden als diese Woche, da mehr Schüler kommen dürfen. Doch unsere Hauptaufgabe wird weiterhin sein, auf die Einhaltung aller Hygieneregeln zu achten und besonders die Abstände anzumahnen. Wir lassen die Schüler praktisch nie aus den Augen, vom Empfang bis zum Buseinstieg. So viel Aufsicht war noch nie.
Deshalb immer noch:
Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!
Vor den Supermärkten und auch darin, in jeder öffentlichen Einrichtung und besonders in der Schule hängen und stehen allerhand Schilder. Was wir nicht dürfen. Ohne Maske sein. Was wir müssen. Abstand halten. Was wir sollen. Jeder nur einen Wagen. Was wir sollten. Hände waschen. Außerdem Abstands- und Sperrbänder überall.
In der Schule ist ja nun wieder jugendliches Leben. Wir Lehrer passen sowas von auf, die Schüler sind eigentlich nie und nirgends miteinander allein. Wie lange das wohl gut geht? Nächste Woche kommen noch mehr, einzelne aus verschiedenen Klassen. Wie wir das organisieren werden? Mit welchen Lehrern? Wie schützen wir uns? Wie schützen wir die Kinder? Und wie überhaupt können wir lehren und die Kids lernen?
Aber zurück zu den Schildern. Die meisten schauen sich die meisten gar nicht mehr genau an. Immer dasselbe. Vereinzelt sieht man im Netz, dass durchaus kreativ auf dies und jenes hingewiesen wird. Ich danke Leser M. aus J. für diese Zusendung:
„Wir sind so gerne in der freien Natur,
weil diese keine Meinung über uns hat.“
Friedrich Nietzsche
Seit Tagen war ich nicht mehr draußen. Das ist furchtbar, aber ich kann mich nicht aufraffen. Dabei war ich wochenlang draußen, den ganzen Tag lang. Als das Sommerwetter war. Jetzt haben wir Aprilwetter, endlich regnet es immer mal und es ist auch kühler. Da kann man besser am Schreibtisch sitzen, als wenn die Sonne lacht.
Ich habe neulich einen großen Fehler gemacht. Ich war auf der Waage. Die ist weder kaputt noch sind meine Klamotten kleiner geworden. Selbst die Jogginghose mit breitem Gummizug ist nicht mehr richtig gemütlich. da sind die kursierenden Sprüche auf einmal gar nicht mehr lustig.
Ein Panda isst durchschnittlich zwölf Stunden am Tag. Menschen in Quarantäne essen wie Pandas. Wahrscheinlich heißt es deshalb Pandemie.
Oder, wenn man überlegt, wo man sich nach der Quarantäne zuerst anmeldet, bei Weight Watchers oder den Anonymen Alkoholikern.
Dabei zeigt meine Schritte-App durchaus etwas an. Wir waren ja auch wandern, im Harz und im Hainich. Im April 69 km. Also, insgesamt. (Wenn ich im Garten rumrannte lag das Handy allerdings irgendwo und zählte nicht mit)
Daraus schließe ich, das sporadisches Wandern nicht geeignet ist, Gewicht zu verlieren. Wenn man kein Picknick mitschleppt vielleicht. Jeden Tag 20 km geht.
Abgesehen davon war es wunderbar, bei schönstem Wetter durch die Frühlingslandschaften zu spazieren. Besonders, da wir wandernd uns endlich mit lange nicht gesehenen Familienmitgliedern unterhalten konnten. Natürlich immer einzeln und mit Sicherheitsabstand. Es ist sehr komisch, sich zur Begrüßung nicht mehr zu umarmen, noch nicht einmal die Hände zu schütteln. Inzwischen zucke ich sogar zusammen, wenn in irgendeinem Film die Leute dicht zusammenhängen, das normale Leben eben. Normal ist nun nicht mehr normal.
Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!
Auf dem Arbeitstisch stapeln sich endlich wieder die Aufgaben. Seit ein paar Tagen. Oder Wochen? Warum nur gehen die Tage, an denen man nichts macht, nur so schnell vorbei? Sie hinterlassen noch nicht einmal bleibende Eindrücke, alles verschwimmt irgendwie. Doch übermorgen geht es ein bisschen los. Die Schule ist für die Abschlussklassen geöffnet, es findet wieder Unterricht statt. Völlig anders. Ich habe Klo-Aufsicht.
Apropo: Was ist das?
Das neue Klobecken passte nicht an die Anschlüsse, also habe ich das alte entkeimt. Auf diesem Tisch im Hof bin ich mit dem Arm in unbekannte Tiefen abgetaucht, mit allerhand Mittelchen. Fit. Zitronensäure. Dann Soda. Am wirksamsten war das Backofenspray. Zum Schluss noch Badreiniger. Nach zwei Tagen konnte das Becken wieder angebaut werden, es geht also vorwärts im kleinen Bad.
Ja, das ist Urinstein! Selten war es ekliger!
Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!