Neue Wege

Wirklich neu sind die Wege nicht, die wir letzten Sonntag mit dem Rad gefahren sind, eher so … immer schon dagewesen, ignoriert, zugewachsen. Für uns waren sie aber neu. Kurzentschlossen setzten wir uns auf die Räder und fuhren los. Ziel: Unterwegs kleines Picknick und dann Wald mit Pilzen. Hat vortrefflich geklappt. Nach 15 Minuten im Wald haben wir aufgehört, damit die Steinpilze und Maronen in der Fahrradtasche nicht zerquetschen. Auch nach dem Putzen der Pilze blieb noch genug übrig, zum Trocknen und  Pfanne füllen. Ein bisschen Butter, Zwiebelwürfel, Salz, Pfeffer, Petersilie: Ach, war das lecker!

 

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Montagsgedanken #94

„Arbeiten Sie hier?“

„Nein, ich warte hier aufs Wochenende!“

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Der 15. Tag, ein Sonntag

Wir fahren zum Sonnenaufgang los, es ist 6.30 Uhr. Jetzt sind wir zu zweit, und dies ist den ganzen Tag seltsam. Vor einer Stunde hat der Skipper KleinF zum Zug gebracht, der Bruder ist schon gestern Mittag wieder los. Sie müssen ab morgen arbeiten, wir haben noch einige Meilen Zeit. Zum Ablegen: nach vorn und hinten ist zu den anderen Booten jeweils nur ein halber Meter, wir liegen alle längsseits am Steg, der Fluss strömt nach draußen. Wir müssen mit dem Bug rum. Sicherheitshalber hänge ich vorne und hinten auch Fender auf, die einzige Leine, die uns drehen hilft, ist Backbord achtern, um das Heck zum Steg, auf Slip. Der Marinero kommt und wirft die Leinen rüber, als wir rum sind, auch die letzte. Hat ganz hervorragend geklappt, (=Ablegen mit Spring bei Strom) jetzt können wir mit der Strömung mit. Wir wollen nach Olahoa, 30 sm. Schönes Segeln, dann noch etwas motoren und schon ist die Einfahrt in Sicht. Die starke Strömung ist gut zu erkennen, es ist 12.00 Uhr, 4 Stunden vor Hochwasser. Tricky. Starker Verkehr, Wassertaxis, Fähren, Motorbooten – alle quer durch den Fluss. Wir müssen im Fahrwasser bleiben, den Tonnen entlang, nach 1 Stunde sehen wir den winzigen Hafen. Etwa 3 Meter breit ist die ganze Einfahrt, außen an den Stegen entlang. Auch hier sehr viel Verkehr. Wohin? Ich hänge Fender und Leinen erst Backbord, dann Steuerbord, dann wieder Backbord.  Außen wäre noch Platz, doch es gibt keine Klampen oder Ringe an den Stegen, wir können also nicht festmachen. 10 Meter vor der Einfahrt winkt ein Uniformierter heftig ab, wir dürfen nicht rein. Der Skipper holt Schwung und wendet, wir fahren wieder raus, Richtung Ankerfeld. Dieses ist so dicht, ich zähle über 50 Yachten, dass ich eine Panikattacke bekomme. Da noch reinquetschen? Oder weiter außen bei Niedrigwasser auf Grund laufen? Wir disponieren ein weiteres Mal um und fahren 20 sm weiter, nach Villamoura, da ist ein großer Hafen. 14.00 Uhr sind wir wieder in der Einfahrt, die ja jetzt die Ausfahrt ist. Sehr starke Strömung ,mit vielen Wirbeln, kommt uns entgegen. Der Motor läuft auf Hochtouren, wir schaffen es. Vor lauter Konzentration haben wir gar nicht mitgekriegt, das ein großes Marineschiff direkt hinter uns fährt. Kaum sind wir zehn Meter draußen, geben sie Vollgas und düsen vorbei. Die Wellen waren nicht angenehm.  Wir segeln also weiter und kommen gut nach Villamoura. Drei Marineros springen am Begrüßungssteg auf und helfen uns anlegen (ob wir wollen oder nicht.) Der Skipper meldet uns an und wir verholen uns zum zugewiesenen Steg. Wir liegen als einziges Segelboot inmitten von Supermotoryachten. Schicki-Micki-Hafen! 80 Euro! Waschmaschine: 4,90Euro. Abzocke! Die Reichen und schönen flanieren, wir gehen duschen, ich fülle die Waschmaschine, dann gehen wir in den Irish-Pub. In einen der vielen. Fish & Chips, Chicken-Salad, dazu zwei schöne Bier. (Kilkany, ein kostet 5 Euro!) Wir gehen ein Stückchen, aber wohl fühlen wir uns nicht. Hotels ringsherum, teure Boutiquen und sehr viele Leute, geschniegelt und gelackt. Die Wäsche hänge ich an Leinen im Boot auf, nicht draußen, weil ringsrum der Chrom so blitzt. Nacht kann ich nicht gut schlafen, es ist Vollmond und die ganze Hafenmeile ist voller feiernder, lauter Menschen. Morgen fahren wir weiter. (Natürlich sind wir nochmal zur Rezeption, da sie uns wie eine dicke Yacht eingestuft haben. Der Skipper konnte glaubhaft versichern, dass wir nicht 50 Meter lang sind.Nach langem Computergesuche und der nochmaligen Ansicht unserer Schiffspapiere bekommen wir Geld wieder, es hat also „nur“ 57 Euro gekostet.)

9.7.2017: von Villa Real de San Antonio über Olaho nachVilamoura, 53,70 sm

 

 

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Montagsgedanken #93

Manchmal tu ich so, als sei ich normal.

Aber dann wird mir langweilig

und ich bin wieder ich selbst.

 

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Die vierte Woche

Wir liegen fest. Weiter nach Norden geht es nicht, Wind und Welle machen es uns unmöglich. Es gibt schlimmerer Orte, um die Tage zu verbringen. Lissabon ist nicht weit, 30 Minuten mit dem Zug, auch der Bahnhof ist in der Nähe. Der Ort Cascais selbst ist wunderhübsch, Strände, Kneipen, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Bars, allerhand Aktivitäten, Museen und ein wunderbarer Park. Die Marina an sich ist teuer, 45 Euro pro Tag, und leider gibt es erst ab einem Monat Liegezeit Ermäßigung. (Auch eine Waschmaschinenladung ist teuer, 6,20.)  Doch vor dem Hafen, in der Bucht mit Strand, wollen wir bei dem schlimmen Wind doch nicht ankern (obwohl dort einige Schiffe liegen). Die Duschen sind großzügig und gleich 10 m von unserem Steg. Es geht uns also hier gut. Und was machen wir so? Zum Beispiel:

  • Eine Radtour zum Kap, gucken, ob der Wind dort wirklich noch heftiger ist. Ist.
  • Baden bei Hochwasser hinter der Brücke, am winzigen Strand. Schwimmen durch die Brücke, von der die jungen Wilden springen. Eiskalt. 18 Grad. Atlantik.
  • Im Park bummeln, Hähne beobachten, alle Wege abgehen.
  • Durch den Ort bummeln, Ulletrulleläden aufsuchen, in Kneipen gehen, in Restaurants essen.
  • Einkaufen im Supermarkt, an Bord kochen.
  • Einiges an Bord reparieren, regeln, in Ordnung bringen, putzen, lesen, Film schauen, Computer spielen, Leute beobachten (Hafenkino)
  • Nach Lissabon fahren, umschauen, hierhin, dorthin, Bier trinken, essen.
  • Eine Werft aufsuchen, nach Landliegeplatz erkundigen.
  •  Ausschlafen, nichts tun, rumhängen.

Zwei Nächte lang ist an Schlaf wenig zu denken, da es so stürmt. Das Schiff bewegt sich, obwohl es gut vertäut ist und sicher liegt. (Die Schiffsbesatzungen, die in dieser Zeit angekommen sind, waren alle sehr schnell unter Deck verschwunden. sicher schlafen.

Siehe, es tut sich unerwartet noch ein Wetterfenster auf. (Obwohl, das Wetter ist immer schön, viel Sonne, viel Licht, aggressiv für die Augen.) Also: Der Nordwind soll ab morgen nachlassen, auch die Wellenhöhe (im Moment 2,50m) abnehmen, Kommen wir doch noch bis Porto?

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Niegelnagelneue Verluste

Wunderbar sahen sie aus, die neuen Kugelfender, sie rochen noch nach Plastik. Wie beruhigend, das Heck beim Einparken gut schützen zu können. Den ersten vermissten wir am Ausgang der Straße von Gibraltar. Irgendwie waren wir den ganzen Tag damit beschäftigt, nach vorne zu schauen. Oder nach Afrika. Oder zum Cruz Roja. (Das ist eine andere Geschichte) Jedenfalls hing die Leine noch gut verknotet am Heck, allerdings ohne Fender. Ob er wohl inzwischen in Marokko war? Da wir aber gegen Strom und Wind mussten, wollten wir auf keinen Fall zurück und suchen. Bye, bye, Fender! Da war es nur noch einer. – Vier Wochen später, inzwischen in Portugal, wir hängen seit Tagen fest in einer Marina, es sieht nicht so aus, dass wir noch weiter kommen, Nordwind. Der Wind wächst und wächst, es stürmt. Besonders heftig, wenn Hochwasser ist, denn dann schwimmen wir nicht unten im geschützten Hafenbecken, sondern oben, es pfeift ordentlich, 39 Knoten sind immer Mal auf der Anzeige abzulesen, heute Nacht ist der Windanzeiger ausgestiegen und es war nicht gut möglich, an Deck zu stehen. Der Kugelfender hing vorne am Bug, denn an den Fingerstegen im Gezeitenrevier ist dies beim Einparken ganz sinnvoll. Hing. Auch der Tampen hing noch, an einem Ende ausgefranst. Wie suchten das Hafenbecken vergeblich ab. Gone with the wind. Angeblich soll ihn ein Marinero sichergestellt haben. Wir fragen nach, ja,ja, wurde gefunden, werden aber vertröstet. Am nächsten Tag will keiner mehr etwas davon wissen. Der Gatte bleibt hartnäckig und düst im Marinero-Schlauchboot mit von dannen. Jetzt haben wir wieder einen Kugelfender. Einen roten. Die Öse geschraubt, weil schon mal gerissen. Wie lange wird dieser Kugelfender wohl bei und bleiben wollen?

Verluste: 2 (niegelnagelneue) Kugelfender in vier Wochen.

P.S. Heute Mittag blies der Nordwind den Strohhut vom Kopfe, direkt ins Hafenbecken. Heroisch köpperte der Besitzer hinterher und setzte ihn wieder aufs Haupt. Leider ist mein Foto nichts geworden, vor Lachen habe ich den Auslöser nicht betätigen können.

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Montagsgedanken #92

Sollte Gott auf mich herabschauen,

wird er meistens denken:

„Guck, da sitzt sie wieder

und frisst!“

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Der erste Tag – lang ist’s her

Kurz nach Mitternacht stoßen wir mit einem Büchsen-Prosecco auf unseren Hochzeitstag an. Wir sitzen endlich im Zug nach Frankfurt, wenn auch im falschen. Aus irgendeinem Grund haben wir schon in Göttingen festgesessen, die Züge aus dem Norden kamen nicht – erst 40 Minuten Verspätung, daraus wurden 60 min, dann 2 Sunden und schließlich 4. In der Auskunft Schulterzucken, ein Zug aus Berlin komme in ein paar Minuten, den sollten wir nehmen. Nochmal umsteigen in Frankfurt und dann waren wir schon auf dem Flughafen, hatten aber noch viel Zeit. Rumhängen vor MCDonalds und Bier trinken, Halbschlaf unter künstlichen Olivenbäumen auf Scheinstein. Der Flug verlief total normal, richtig schlafen kann man ja nicht, da es so unbequem ist.  In Malaga holt uns wie bestellt ein Fahrer mit unserem Namensschild in der Hand ab, und für diesmal wirklich 50 Euro bringt er uns nach Caleta de Velez. Wir sind etwas angespannt. Schiff da? Alles in Ordnung? – Alles ist gut! Wir melden uns an, räumen ein, die 2 geschickten Pakete sind auch da, und ich gehe erst Mal ins Städtchen. Samstags ist dort der größte Straßenmarkt in der Umgebung Málagas, an einem Gemüsestand sind besonders viele Leute und es gibt eine große Auswahl. Wichtig: Eine Nummer ziehen! (Jaja, wie auf dem Arbeitsamt, äh, der Arbeitsagentur)  Jedenfalls zog ich die 98, die fünfziger kauften gerade ein. Ich ging ein bisschen hin und her, aber es war so heiß, dass ich lieber im Schatten blieb. Für 9 Euro trug ich dann den gut mit Obst und Gemüse gefüllten Rucksack aufs Schiff. Inzwischen war auch die Bettwäsche gewaschen (noch von Ostern an Bord) und ich konnte sie aufhängen.Dann gingen wir noch zu dritt zu Lidl und trugen Getränke und Lebensmittel die endlos lange Straße entlang. Am Nachmittag gingen wir an den Strand, 10 Minuten, gleich ins Wasser! Herrlich! Zurück, duschen, anziehen und ab in die Strandbar! Essen und Live-Musik. Drei Herren spielten tollen Blues, am Strand war auch bei Dunkelheit noch intensives Getümmel. Nachtleben am Strand, was für ein toller erster Tag! Und endlich: Schlafen!

 

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Montagsgedanken #91

Montagmorgen.
Traumhafter Sonnenschein.
Absolute Ruhe.
Keine Hektik.
Selten war ich so misstrauisch wie eben gerade!

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Was bisher geschah – als Schnappschuss

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