Amanda sucht

„Meine Mutter lebt noch, aber am Karfreitag um Mitternacht bringt er sie um“, versicherte Amanda Martin dem Chief Inspector, und der zweifelte keinen Moment an dem, was sie sagte, denn die Kleine hatte bewiesen, dass sie mehr wusste als er und alle seine Kollegen von der Mordermittlung zusammen.

Der erste Satz, wie immer unverkennbar,fesselnd, neugiererweckend.

Normalerweise hätte ich Isabel Allendes „Amandas Suche“ gleich am ersten Wochenende nach Erscheinen ausgelesen, aber nach langen Segeltagen bei viel Wind kam ich auf nur ein paar Seiten vor dem Einschlafen. Doch  dann gelangte ich an den Punkt, wo ich das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte. Soeben habe ich es beendet und ich bin noch ganz mitgenommen. Gut, dass mich das Piepen der Waschmaschine immer mal weglockte, denn übermorgen geht es wieder los und die Segelklamotten sollten bis dahin salzlos, sauber und trocken sein. Ich war mir auch sicher, dass der Krimi gut ausgeht, mit Rettung in letzter Minute. Aber der Retter? In jedem ihrer Romane  wachsen einem die Figuren ans Herz, haben alle erstaunliche Geschichten und Geschichtchen, Eigenschaften und Beziehungen. Hier auch, es ist ihr erster Krimi, die Heldin ist eine Jugendliche, Amanda. Allendes „Jugendbücher“ („Stadt der wilden Götter“….) sind ja auch Abenteuer plus wunderbare Figuren plus Geschichten auf vielen Ebenen. Das ganze Jahr schon habe ich auf Allendes Blog und fb-Seite ihre Promotion verfolgt, inklusive „Schatzsuche“ in den großen Städten und der Verlosung der signierten Ripper-Bücher. Viele Ankündigungen und Rezensionen des Romans sind erschienen, aber die meisten beten nur die Klappentexte herunter und beschreiben die Handlung. Oder vergleichen den Roman mit klassischen Krimis oder gar mit dem „Geisterhaus“. Ich finde viel besser, all dies zu ignorieren, den ersten Satz zu lesen und sich dann ins Lesevergnügen zu stürzen! Alles, was Isabel Allende schreibt, kann man verschlingen und gleichzeitig auch genießen. (Meine Liste der ersten Sätze findet ihr hier).

Unbedingte, uneingeschränkte Leseempfehlung: Isabel Allende „Amandas Suche“ (Suhrkamp, 2014; 477 Seiten; 24,95 Euro)

Dieser Beitrag wurde unter Literatur abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s