Es ist Weihnachten bei den Schmidts. Plötzlich klingelt es an der Tür und Klein Lisa rennt hin. Vor Klein Lisa steht der Weihnachtsmann und sagt: „Na Lisa, willst du wissen, was in meinem Sack ist?“ Darauf schreit Klein Lisa:“ Papa! Papa! Der Perverse vom letzten Jahr ist zurück, ruf die Polizei!“
Ein seltsamer Tag. Gleich nach dem Anziehen fuhr ich mein Auto erst mal aus der Auffahrt, ehe es so glatt werden würde, dass ich nicht mehr raus komme. Sofort danach begann es zu regnen, genau wie angekündigt. Eine halbe Stunde später waren alle Scheiben dick vereist, doch die Scheibenwischanlage wurde locker damit fertig. Die Scheibenwischer allerdings zuckten noch nicht einmal. Also musste der Gatte einen Umweg fahren, um mich in die Schule zu bringen. Die paar Meter dann ins Schulhaus verlangten Körperbeherrschung. Die einheimischen Lehrer beratschlagten schon, wie der Tag heute gemanaged werden könnte, und sie wunderten sich, wie ich es zu Schule geschafft habe. Nur ein Lehrer war mit dem Auto gekommen, der Parkplatz war verwaist (und vereist). Den Schülern wurde irgendwie freigestellt, ob sie kommen. Interessant, mit ein paar Schülern pro Klasse „Unterricht“ zu machen. Leichtes arbeiten. Zum Glück brachte mich der junge Kollege nach Hause, es fuhr einen Umweg. Ich fuhr dann mein Auto in die Werkstatt. Inzwischen weiß ich, dass ein neuer Scheibenwischermotor eingebaut werden muss, was es mindestens kostet und dass es vor morgen Nachmittag nicht fertig wird. Fahre ich dann morgen mit dem Rad? Laufe ich? Hoffe ich auf eine Mitfahrgelegenheit? Werden überhaupt Schüler da sein? Fragen über Fragen. Noch zwei Tage!
Es ist kurz vor Weihnachten, Fritzchen geht zur seiner Mutter und sagt: „Du, Mama du kannst die Eisenbahn vom Wunschzettel streichen, ich habe nämlich zufällig eine im Wandschrank gefunden!“
Diese Tür hat die Nummer 12, ist aber hier die siebzehnte. Und gleichzeitig die vierter Adventstür. Ver-rückt. 12 + 17 +4 = ? „Das hatten wir noch nicht“ “ 29!“ „Kann ich das schriftlich rechnen?“ „3“ „Das geht gar nicht!“ „Wir haben doch jetzt gar kein Mathe!“ „Darf ich was trinken?“ „Schreiben wir eine Arbeit darüber?“ „31“ „Ist das Hausaufgabe?“ “ 45″ „Vergleiche wir jetzt die Lösungen?“ „Wie lange denn noch?“ „Schreiben Sie das an die Tafel?“ „Das kann ich nicht.“ „Wann ist Pause?“ „Gestern konnte ich das noch“ „Das braucht man nicht.“ „Was sollen wir machen?“ „Kann ich mal aufs Klo gehen?
Fritzchen hat ein neues Fahrrad zu Weihnachten bekommen und steht damit nun an der Ampel. Da kommt ein berittener Polizist vorbei und fragt Fritzchen: „Na, hast du das Fahrrad zu Weihnachten bekommen?“ Fritzchen nickt. Darauf sagt der Polizist:„ Dann sag dem Weihnachtsmann, dass er nächstes Jahr bitte darauf achtet, dass seine Geschenke verkehrssicher sind. Er hat wohl das Rücklicht vergessen. Leider kostet dich das 20 Euro. Darauf Fritzchen: „Haben Sie das Pferd auch zu Weihnachten bekommen?“. Der Polizist überlegt kurz…. Polizist: „Ja, der Weihnachtsmann denkt an jeden!“ Darauf Fritzchen: „Dann sagen Sie dem Weihnachtsmann, dass das Arschloch hinten ans Pferd und nicht aufs Pferd gehört!“
Jedes deiner Jahre beginnt mit umfassender Entspannung. Alles ist geschenkt. Niemand hat mehr was zu bekommen. Bis Weihnachten: ein Jahr! Und in diesem Jahr wirst du Weihnachtsgeschenke nicht kurz vorm Fest kaufen wie bisher, sondern übers Jahr verteilt erwerben. Hier was mitnehmen, dort was bestellen. Sehr locker sein. Dann vergehen Wochen, Monate. Weihnachten hast du im Griff, denkst du. Weihnachten ist weit. Nach den Sommerferien ruft Mutter an: Was du dir zu Weihnachten wünschst? Sie wolle allmählich … Plane gern … Fahre zur Kur vorher … Da steigt ein Gefühl in dir hoch. Weihnachten! Schon will man wissen, was du dir wünschst. Dass Weihnachten nicht komme, wünschst du dir. Oder nicht so bald. Noch drei Monate! Anfang Oktober: die Kataloge, Philip Morris Design Shop, Manufactum. Heine, formschöne Saftpressen, unbesiegbare Radiowerke, Füllfederhalter, dick wie Maiskolben. Da wird man in der Not was kriegen. Das ist dein Netz. Das entspannt dich wieder. Dann aber Dezember. Komischerweise hast du da immer besonders viel Arbeit. Eines Abends fragst du deine Frau: was sie sich wünsche. (Vielleicht sagt sie ja was.) Im September hat sie mal gesagt, was sie sich wünsche, so en passant. Du hast es vergessen. Sie jetzt schnippisch. Ob dir nichts einfalle? Natüüüüürlich, sagst du, wolltest nur wissen, ob zusätzlich zu dem, was du bereits habest, noch ein klitzekleiner Wunsch da sei … Nein, nichts. Sie freue sich auf die Überraschung. Ächz. Ein Fehler! Der Druck wird groß. Du spürst ihn, oh, wie du ihn spürst. Du kaufst jetzt kleinere Dinge, Onkel, Tanten. Dann die schwierigeren, Schwiegereltern. Den Sohn, dafür sorgt deine Frau. Und deine Frau selbst? Noch drei Tage. Du hast nichts. Du musst den Christbaum … Und den Wein … Noch zwei Tage. Mal in die Schmuckgeschäfte! Letztes Jahr hast du ihr einen Ring geschenkt, vorletztes eine Kette. Diesmal: Armreif? Armreife sind schwierig. Die Schmuckidioten machen alles Mögliche, nur keine guten Armreife. Alles mächtig, fett, protzig. Nichts Feines, Zartes, das ihre Persönlichkeit, ihr Fühlen träfe. Noch einen Tag. Vor sechs Monaten hast du einen tollen Reif gesehen. Hast aber nicht an Weihnachten gedacht. Idiooooott! Jetzt gibt es nichts. Warum musstest du dich auf Armreife festlegen? Bist nicht flexibel genug. Steckst nun in der Sackgasse. In der Maximilianstraße hast du mal was Schönes für sie gekauft. Arschteuer, Schweißausbruchteuer. Egal jetzt. Noch zwei Stunden! Du kannst nicht ohne was kommen. Kannst ihr keinen Gutschein geben. Kannst nicht sagen, das Geschenk sei gestohlen worden. Kannst nicht sagen, auf der ganzen Welt gebe es keinen Gegenstand, schön genug für sie. Ob der Laden noch offen hat? Du schwitzt. kann sein, dass heute Abend alles zu Ende ist. Dass deine Hände leer sein werden. Dass es dein letztes Weihnachten ist. Dass sie weint. Dass dein Sohn sie trösten muss. Du stürzt ins Geschäft. Der Laden zur letzten Hoffnung. Geben Sie mir einen Armreif, Mann! Sie haben doch nur diesen einen? HER! Hier geht’s um die Existenz. Du wirst sagen, dass er zu ihr passt. Du weißt genau, dass er nicht zu ihr passt. Du weißt, dass sie das auch sagen wird. Du wirst sagen, dass du es anders siehst. Wirst quatschen. Dass der klobige Reif ihre Zartheit betont. Die Eleganz ihres Handgelenkes hervorhebt. Dass aus diesem Widerspruch Spannung erwächst. Dass du das schön findest. Kann man umtauschen? Kann man. Wird man. Ich komme wieder. Erst mal schenken. Das ist jetzt das Wichtigste. Nächstes Jahr wirst du die Geschenke übers Jahr verteilt kaufen. Hier was mitnehmen, da was auswählen, dort was bestellen. Sehr locker sein. Nächstes Jahr.
Es fragt ein Schotte seine Frau: „Was wünschst du dir dieses Jahr zu Weihnachten?“ „Ich weiß nicht“, antwortet seine Frau. „Gut, dann schenke ich dir ein weiteres Jahr zum Überlegen.“