Blöde Ostalgie

Wer sich nicht mehr so gut erinnert, was zu DDR-Zeiten normal war, und gleichzeitig abgezockt werden möchte, der sollte sonntags einen Ausflug zum Kyffhäuser machen. Hier 12 Tipps für gemischte Gefühle:

  1. Genau zu der Zeit ankommen, wenn alle ankommen. So kann man die Serpentinen bergauf zusammen mit einer Hundertschaft Motorradfahrer und masochistischen Radfahrern genießen. Ganz vorneweg immer ein paar ängstliche Autofahrer mit Hut.
  2. Beim Aussteigen auf dem ersten Parkplatz nicht bummeln. Es gibt Parkende, die mit Karacho auf dem unbefestigten Platz blitzschnell genau dahin wollen, wo man steht. Füße weg! Tuch zur Staubabwehr vor die Atemwege!
  3. Parkuhr füttern. Sie vorher suchen, am besten im Gebüsch.
  4. In das Gebüsch müsste man auch, wenn man mal muss. Toiletten: Fehlanzeige! Man braucht auch nicht den anderen Notdürtfigen folgen oder jemanden fragen. Man könnte etwas gaststättensitzend konsumieren, „nur für Gäste“ darf man dann.
  5. In den Kiosken, im Halbrund angeordnet, könnte man sich schon lange im Freien lagernden Süßkram abwiegen oder „nostalgische“ Dinge kaufen. Gruslig! Überhaupt stehen hier sehr viele Gebäude, an denen seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht wurde.
  6. Am Eintrittspavillon unterhalb des Denkmals löhnt jeder Erwachsene 7.50 Euro. Man ist ja bis hierher hochgelaufen. Auf dem Lageplan erkennt man, dass die Toiletten am anderen Ende sind.
  7. Eine Drohne fliegen zu lassen, ist natürlich laut Schild verboten. Also trauen wir uns auch nicht.
  8. Rundumblick, Turm hoch, Rundumblick, Turm runter, Rundumblick, hin und her und fertig. Ich bin erstaunt, dass man den Turm nicht extra löhnen muss und auch die Toiletten „frei“ sind. Wenigstens. Will man einen Stein in den Brunnen werfen, darf man nur einen echten Stein aus dem Automaten nehmen. Echte Steine kosten einen Euro.
  9. Der weitaus interessantere Teil ist die alte Burg, ein kleiner Wanderweg führt dahin, man kann sich also die Denkmals-Abzocke sparen.
  10. Der Bratwurststand erinnert daran, das „Schlange stehen“ schon immer ätzend war.
  11. Jetzt einen Eisbecher! Ich werde unfreundlich angemahnt, „hier drinne“ nicht zu fotografieren. Wir sitzen eine Weile am Terassentisch und wählen in der Karte, die schon nach 5 Minuten auf diesen geknallt wurde. Nun halten wir Ausschau nach einer der Bedienungen. Die ziehen alle ein langes Gesicht und räumen Geschirr hin und her. Wir verlieren die Nerven und gehen.
  12. Neue Idee: Wir fahren zum Campingplatz am Stausee und essen da ein Eis! HaHa! Dort gibt es noch olles Lutscheis aus dem Kühlschrank. Aber ohne Schlange stehen! Obwohl alles so aussieht, wie in den glorreichen vierzig Jahren der Hoch -Zeit dieses Kioskes!

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