Dieser Titel passt doch gar nicht

Die ersten Seiten waren mir genug, ich hatte keine Lust weiter zu lesen. Dann galt es, einige Warte-Stunden zu überstehen, da ist das elektronische Lesen ziemlich praktisch und ich las  „Im Garten der Verlorenen Träume“ von Nadja Reinbach doch  fertig. Begeistert bin ich aber immer noch nicht, obwohl man ja im Urlaub durchaus mal das eine oder andere Romänchen lesen kann. (Oma hatte früher immer Groschenromane aus dem Westen mitgebracht, als ich zehn war, habe ich sie verschlungen.) Weder die „Ankündigungen“, worum es geht und wo und wann sich wer mit welchen schwerwiegenden Problemen auseinandersetzt noch der Titel halten das, was sie versprechen. Die Geschichte ist einfach nur platt, die Figuren erwachen meiner Meinung nach nicht zum Leben und der interessante geschichtliche Kontext wird oberflächlich und klischeehaft wiedergegeben.  So hat zum Beispiel die Ehefrau des jüdischen Edelmarkenhändlers der aufstrebenden Geliebten Brief geschrieben, indem sie ihr mitteilt, das ihr Mann vor kurzem im Konzentrationslager ermordet wurde (das hat sie schon vor Ende des Krieges gewusst) und ihr angeboten, die weiteren Geschäfte zu übernehmen. Und die kommunistischen Eltern entkommen durch Zufall den Faschisten, die ihr Hinterhaus stürmen. Der Geliebte der Mutter hat ihr einen Brief geschrieben, dass er auf sie aufpasst. Überhaupt die Briefe. Die Protagonisten bekommen immer Briefe, in denen die ganze Wahrheit und die große Liebe erklärt wird. Diese Briefe werden aber stets von den Angehörigen abgefangen und versteckt. Nur der allwissene Erzähler weiß alles und erklärt immer wieder die Dramatik. Mit ganz vielen Adjektiven. Exemplarisch die ersten beiden Sätze: „Der letzte Sonnenstrahl des Tages verfing sich in Emilias Haar und ließ es in einem leuchtenden Kastanienbraun schimmern. Mit einer unwilligen Geste schob sie es mit dem Handrücken aus der Stirn, doch immer wieder fielen ihr die Locken ins Gesicht, während sie auf dem breiten Küchentisch den Nudelteig ausrollte.“  Wer so etwas gerne liest, soll es gerne tun. Ich für meinen Teil muss jetzt dringend ein gutes Buch lesen.

Gelesen für BloggdeinBuch: Nadja Reinbach: Im Garten der verlorenen Träume“, dotbooks, eBook, 5,99 Euro

Leseempfehlung: für Frauen mit Hang zu HerzSchmerz und Drang zu Familiengeschichten

positiv: problemloses und schnelles Herunterladen, nette Kontakte zu den Verlagsmitarbeitern, die auf Anfragen schnell reagieren; vielfältiges digitales Verlagsprogramm

 

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