Der liebestolle Onkel

Weder der Einband noch der Titel gefallen mir wirklich, doch das Buch ist handlich und passt noch in den Koffer, schwere Lektüre wollte ich auch nicht mit auf den Törn nehmen. Kurz vorm Einschlafen ein Kapitelchen lesen, das war mein Plan. Es hat nicht geklappt, denn nach drei, vier Geschichten musste ich auch tagsüber lesen und habe mich dabei köstlich amüsiert. Wunderbar! Jedes Jahr eine Geschichte, eine Familieninterne Betrachtung, von 1967 bis 2003. Schon der Einstieg in jedes Jahr ist ungewöhnlich:

1968: „Am Tag nach dem Attentat auf Rudi Dutschke kaufte sich mein Onkel Ewald seinen ersten Mercedes“

1970: „Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vaterden Kaufvertrag für unser Reihenhaus.“

1971: „Am Tag, als Romy Schneider öffentlich bekannte, sie habe abgetrieben, bekam ich die erste Ohrfeige meines Lebens.“

Nach diesen Einstiegssätzen kommen dann kleine Episoden aus dem normalen Leben, vielleicht heißt das Buch deshalb: „Mein liebestoller Ohnkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage“. Absolut köstlich ist das Hörbuch (von Ingo Naujocks gelesen), von von der Lippe vorgestellt, kleines Video zum Reinhören nach dem Klick.

Fazit: kurzweilig, amüsant, schnell zu lesen und dann eigenen Gedanken nachhängen!

Frank Jöricke: „Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage“ Solibro

Ebenso von Frank Jöricke habe ich auch den „Jäger des verlorenen Zeitgeists“ (auch Solibro) gelesen. Da konnte ich jedoch kaum lachen, ich bin mit den Erklärungen des Zeitgeists der miterlebten Zeiten irgendwie unzufrieden, stimme auch nicht immer zu. Lesen lässt sich dieses kleine Büchlein gut, aber ich bekomme ungern meine Erinnerungen erklärt. Oder habe ich in einem anderen Land gelebt?

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