Die zwei Polizisten, voll ausgerüstet und bewaffnet, näherten sich vorsichtig meinem geöffnetem Handgepäckkoffer. Nunmehr standen wir dort zu siebt und ich versuchte tapfer weiter zu lächeln und reisevernügt zu tun. Schließlich wollte ich mein Weihnachtgeschenk zu unserem Schiffchen transportieren, ich hatte es extra auseinandergedreht. So eine kleine Tischlampe konnte man offenbar als Hammer benutzen, die Kontrolleurin, die meinen Koffer öffnete und begutachtete, war jedenfalls dieser Meinung. Ein Sprengstofftest und das gründliche Abtasten meines Körpers ergaben keine weitere Hinweise. Währenddessen fiel mir das kleine Filmchen ein, in dem eine Frau im Supermarkt eine Pfanne kaufen möchte und sie vor dem Regal das Schwenken testet. Im Hintergrund sieht man eine Frau, die das Verprügeln mit einer Pfanne testet. Im Geiste sah ich mich nicht mit der Lampe auf dem Tisch an Deck sitzen und Kartenspielen, nein, einen angreifenden Orca verprügeln. Vorsichtshalber kicherte ich nur innerlich, ich wollte doch mitfliegen dürfen. Mit meiner Lampe, versteht sich. Die jungen Waffenkundigen sahen sie ich eingehend an und wiegten den Lampenfuß prüfend in den Händen. Sie befanden uns für flugtauglich. Beim Umsteigen in Mailand mussten wir noch einmal durch den Sicherheitscheck. Keine Probleme.

Ich hatte schon viele aufregende Flughafenerlebnisse, denn wer eine Reise tut….
In Athen musste ich meinen 2 kg zu schweren Koffererleichtern und einige Dinge den mitreisenden Freunden und Bekannten ins Handgepäck umpacken, wir waren die ersten in einer nunmehr sehr langen Schlange vor dem Check-In. Jeder kann sich vorstellen, dass die Wäsche, die ich verteilte, am Ende des Urlaubs nicht mehr so frisch roch. In meinen drei Pullovern fühlte ich mich außerdem etwas unförmig. Die anderen Mitreisenden freuten sich, dass es endlich weiterging und hofften wahrscheinlich, nicht in meiner Nähe sitzen zu müssen.
In Berlin musste ich meinen Rucksack öffnen und erläutern, was in diesem Päckchen sei. Zu meinem großen Erstaunen handelte es sich um mehrere Bleiplatten. Ich konnte weder ihre Anwesenheit in meinem Rucksack noch ihren Verwendungszweck erklären. Mein Ehemann, der schon lange anstandslos durch die Kontrolle kam, bequemte sich doch zurück und löste das Rätselraten auf: „Das brauche ich zum Apnoe-Tauchen!“ Die Bleiplatten (aus seinem Physik-Raum) durfte ich nun weiterschleppen, sie kamen genau ein Mal zum Einsatz. Der Apnoe-Tauchen-Lernen-Aus-Einem-Buch hat es sogar bis einen Meter unter die Wasserlinie geschafft! In einem kurzen Neopren-Anzug, in den er sich nie wieder reinzwängen konnte,
Das seltsamste und unangenehmste Erlebnis hatte wir jedoch bei einer Ankunft, in Faro. Denn die eigens eingerichtete Einreisekontrolle anerkannte unsere Corona-Nachweise nicht. Alle zeigten ihre Papiere und konnten passieren, wir sollten warten. Unsere Nachweise waren auf der sch… Corona-Warn-App, aber da stand nirgends, dass unsere Test PCR-Test waren. Wir sollten unsere Hausärztin anrufen, damit sei einen Beleg schicken könne. Doch Samstagabend um 8.00 Uhr wollten wir das nicht, also bekamen wir einen Flughafenbediensteten als Begleitschutz und musste in einem separaten Raum warten. Irgendwann kam eine Ärztin, machte einen Abstrich und parlierte noch eine ganze Weile mit den Angestellten. Inzwischen war es weit nach Mitternacht, unsere Mietwagenfirma hatte schon lange zu, unser Gepäck (einschließlich Sperrgut- Solarpaneele) drehte einsame Runden und wir waren mutterseelenallein, eingeschlossen. Endlich öffneten sich die Automatik-Türen und wir konnten gehen! Keine Menschenseele mehr zu sehen. Unser Aufpasser bestellte uns ein Taxi, wir konnten anstandslos in einem Hotel einchecken und unser Gepäck hatten wir auch dabei. Es war übrigens die einzige Ankunft des Tages!