9 Arten, auf sein Schiff aufzupassen

1. Noch vier Stunden muss dieser Herr warten, ehe er endlich weiter kann. Solange sitzt er ungemütlich an Deck. Die Päckchenlieger am Steg sind froh, dass der Mast in eine Lücke passen wird. Pilgerscharen fotografieren und fällen fachmännische Urteile. Merke: Versuche nicht zur Tankstelle zu fahren, wenn in der Seekarte steht: nur bei Hochwasser

 

2. Hochwasser ist allerdings so eine Sache: Es kann durchaus sein, dass du dein Schiffchen parkst, einen Landausflug machst, und – schwuppdiwupp – kannst du eine ganze Weile nicht mehr an Bord. Merke: Dinghi mit langer Leine festmachen. Und nicht den Stöpsel ziehen.

 

 

3. Braucht du höhere Mächte, um den Gezeiten zu trotzen, gibt es die Möglichkeit, eine Madonnenfigur über dein Boot tragen zu lassen und sie dann spazieren zu fahren. Spektakulär muss dieses aber bei Wellengang an einem Betonplatz zwei Meter vom Stand entfernt starten. Dazu müssen unbedingt sehr viele Raketen abgeschossen werden. Merke: Man kann auch von Land interessante Manöver beobachten.

4. Ich weiß nicht genau, wie es zu diesem Schaden am Nachbarschiff gekommen ist. Das Manöver des letzten Augenblickes hat augenscheinlich nicht mehr geklappt. Aber Vorfahrt ist Vorfahrt! Und wer eine Rennyacht fährt, hat schließlich  Vorfahrt. Oder schläft. Von innen hat der Skipper eine Kiste ins Loch an der Backbordseite gekeilt, ansonsten ist die nächsten vier Tage nichts weiter gemacht worden. Merke: Augen auf im Schiffsverkehr!

5. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine Baustelle zu handeln. Auf den zweiten weißt du, dass hier niemand zu Hause ist. Zwar haben keine Vögel hier Ambitionen, an Bord zu gehen, das gilt aber nicht für die schrägen. Zumal diese Yacht mitten im vielbefahrenen Fluss an einer Boje liegt.Merke: Deinen Liegeplatz bei Abwesenheit solltest du vor Vogelkacke schützen, aber nicht so offensichtlich abwesend sein!

6. Einige Häfen sind bei Seglern so beliebt, dass nur diejenigen einen Platz ergattern, die schon Mittag kommen.Festmachen kann man nur mit Hafenmitarbeitern im Schlauchboot, zwei sehr langen Leinen, allen verfügbaren Fendern und helfenden Händen auf dem Boot, an dem man anlegt.  Ablegen kann man nur, wenn alle ablegen. Merke: Wer zuerst kommt, liegt innen, kann nur mit akrobatischen Dinghimanövern an Land und kommt als letzter wieder los.

7. Die Tonnen sind in Gezeitenrevieren unbedingt und nie großzügig im letzten Augenblick zu beachten. Bei Hochwasser ist nichts zu sehen, bei Niedrigwasser liegt direkt neben der Fahrrinne mal eben ein Wrack. Merke: Den Fähren nicht überall ausweichen, sondern sich an die Fahrrinne halten!

 

8. Am Ankerplatz kann man prima den anderen Schiffern zeigen, wer der Herr im Haus ist. Ist dies klargestellt, kann man beruhigt an Land gehen. Merke: Einen sicheren Ankerplatz zu finden, an dem man allein ist, ist nicht sicher.

 

 

9. Zu manchen Liegeplätzen kommt man zu Wasser und geht zu Fuß. Irgendwann ist ja wieder Springzeit, dann kann man wieder los. Bis dahin: Abwarten. Merke: Soll dein Boot sich nicht vom Schwell oder von Widschweinen losreißen lassen, bind es an einem Baum!

 

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