Ist die Zeit der Wut?

Ein weiteres Buch von Blogg dein Buch: Ein Thriller diesmal. Steht drauf. Und: Zeit der Wut. Auf dem Umschlag sieht man eine Hand mit einer Pistole, die aus einem Autofenster zielt, irgendwo in einer Stadt. Keine Menschen weiter, nur noch ein Auto. Der Klappentext verspricht einen filmreifen Thriller, packend, in rasanter Szenenfolge und in eindringlichen Bildern. Von einem Richter und einem Drehbuchautoren geschrieben. Italiener, italienischer Krimi, italienische Verhältnisse. Da kenne ich mich so gar nicht aus. . Und nach dem Lesen immer noch nicht.  Die Presse lobt diesen Thriller über alle Maßen. Aber ehrlich gesagt, ich habe das Buch gar nicht verstanden. Wer ist das jetzt? Wer spricht? Was macht wer? Wer ist überhaupt wer? Bin ich jetzt in irgendeiner Serie mittendrin eingestiegen und habe entscheidende Szenen verpasst? Ne, das Lesen macht keinen großen Spaß, ich zwinge mich, das Kapitel zu Ende zu lesen, bevor ich einschlafe. Ohne Probleme einschlafe. Denn ich finde das Buch nicht packend und auch nicht eindringlich. Und verstehe es auch nicht, obwohl voller Anspielungen – oder gar Erläuterungen? Manchmal schüttle ich einfach den Kopf, wenn ich wieder nicht mitgekriegt habe, wer denn jetzt „was sagt“. Denn die Variante mit dem Bindestrich vor der wörtlichen Rede gefällt mir überhaupt nicht. Oder ist die Übersetzung komisch? Ein Beispiel, gleich von der vierten Seite:

„Zwei Tage später brachte der Kommandant Alissa – so hieß das Mädchen – zum Flughafen Zagreb. Beide hatten Diplomatenpässe mit falschen Namen. Pilic blieb in Kroatien. Als sie sich verabschiedeten, hatte er ihm einen heimlichen Wusch anvertraut.“ …

Ja, toll! Wer hat denn nun wem einen Wunsch anvertraut? Der Kommandant Pilic? Pilic dem Kommandanten? Viele solcher Stellen kommen vor, und dass ich das Buch nicht am Stück“ gelesen habe,  erschwert das Verständnis. Und als ich endlich die letzte Seite gelesen habe lege ich das Buch ohne jedes Bedauern zur Seite. Na gut, eine interessante Stelle gab es doch, ich glaube die „Bösen“ erklären die Wahrheit zur Strategie:

 Die Wahrheit von anderen verbreiten zu lassen, und zwar von unglaubwürdigen Subjekten, zulassen, dass sich die Propheten in den Augen aller in Propheten des Unglücks verwandeln, und schließlich die Früchte zu ernten…

– Ja. das Richtige falsch zu sagen ist viel schlimmer, als das Falsche richtig zu sagen. “  

Nun ja.

Nicht meine Lektüre. Kein Thriller. Auch kein Krimi. Die Personen und Handlungen bleiben mir fremd und auch fern. Und wieso das Buch „Zeit der Wut“ heißt, weiß ich immer noch nicht, obwohl das Wort immer mal vorkommt und eine Person immer mal Wut in sich fühlt, oder seine Aggressionen  rauslässt und das Wut nennt.

Giancarlo de Cataldo, Mimmo Rafele: Zeit der Wut, 247 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 22,90 Euro , folioVerlag

Keine Empfehlung von mir.

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