An mein allererstes Konzert erinnere ich mich wegen meines Herzwummerns im Schlagzeugrhythmus und des Mitsingens jeder Liedzeile. Das liegt jetzt 26 Jahre zurück. Und gestern genau diese Musik, beim Tag der offenen Tür im Zementwerk Deuna, welches sein 35 jähriges Jubiläum feierte, wie die Band auch. Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist waren die damaligen und sahen auch noch (fast) so aus – die Zeit, sie wartet nicht, sie gräbt sich ein in mein Gesicht – Claudius singt natürlich anders als sein Vater, dessen Stimme mir im Ohr ist, da ich immer mal die „alten“ Platten höre (inzwischen auf dem PC). Mit meiner Foto-Kamera habe ich ein bisschen gefilmt, bevor ich mich dann ganz vor in die erste Reihe durchgeschlängelt habe. Leider endet „Jede Stunde“ abrupt, da mir einer ins Bild gelaufen ist. Selbstverständlich grade an einer tollen Stelle, dem Mundharmonica-Solo.
Natürlich fing es nach etwa 30 Minuten furchtbar an zu regnen. Da wir ganz vorne standen waren wir wenigstens vor dem stürmischen Wind etwas geschützt. Wenn ich frier und wenn ich nass bin, genieß ich das im Regen stehn.
Zwei Stunden spielte Karat, und mit jedem Lied besser. Sie bekamen richtig gute Laune, weil das Publikum trotz seines Alters ausharrte und dem Regen trotzte – und wippte, und klatschte, und jubelte, und mitsang und begeistert war. Mein absoluter Hit aller Zeiten ist Albatros:
Leider ging das Konzert nur zwei Stunden , zwei Zugaben noch, und dann war es schon vorbei. Klar, dass ich die neue CD gekauft habe, klar, dass ich wartete und sie habe signieren lassen, auch wenn es langsam richtig kalt wurde, so durchnässt – bei einem herrliche Sonnenuntergangshimmel. Beim Auftauen in der Badewanne musste ich daran denken, wie ich mich geärgert habe, als ich auf meinen Aufsatz über mein erstes Konzert, über die Musik von Karat, nur eine Zwei bekommen habe. Ich hätte keine vollständigen Sätze geschrieben. Keine Ahnung von Musik, die Frau Simon!

