
Ich fange seltsamerweise etwas später an als sonst, deshalb ist es wettertechnisch günstig, mit dem Rad zur Schule zu fahren, sind ja nur 5, 4 km, ein Kinderspiel. Ist Regen in Sicht, lieber mit dem Auto, da ist späteres Anfangen ungünstig, da auf dem Schulgelände die begrenzte Anzahl an Parkplätzen längst besetzt ist und man an der Straße eine Parkbucht nutzen muss. Da bekommt man gleich die Begeisterung der Anwohner zu spüren und der Tag fängt gut an. Was mache ich nur demnächst, wenn es dunkel ist, das Licht am Fahrrad ist wirklich mickrig und ich habe auch gar keine Lust, eine Warnweste zu tragen, um von den Autofahrern erkannt zu werden. Also wieder Autozeit und gleich zur ersten Stunde da sein. Kann ich ja sowieso nicht planen, da sich nach wie vor der Stundenplan täglich ändert. Ein nicht enden wollendes Ärgernis. Da hofften wir, durch die Einführung von Edupage verbessert sich die Lage. Weit gefehlt. Also, dass wir es nutzen, so wie der Landkreis das allen Schulen verordnet hat. Wir nicht! Die meisten Kollegen bitteln und betteln, argumentieren und lamentieren und wir bekunden unser Interesse, sind von den vielen Vorteilen längst überzeugt – doch die Person, die das Sagen hat, arbeitet eben gerne mit Papier, druckt zum Beispiel jede EMail aus und zwingt uns, ein Notenheft aus Papier zu führen, ein Klassenbuch aus Papier, ein Vorkommnisheft aus Papier und einen Hefter mit gesammelten Leistungskontrollen der Schüler. Pro Klasse. An alle Bäume, die hier mitlesen: Tut mir Leid! – Logisch, dass es hilft, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, denn auf dem Rückweg am manchmal späten Nachmittag geht es überwiegend bergauf, ich muss tüchtig strampeln und nach Luft schnappen, das hilft dem Körper, Ärger abzubauen. Und Yoga, ganz viel Yoga!