Wer hat noch damit rechnen müssen?

Nein, ich meine nicht die Knotenschnüre der Inkas, mit denen sie Informationen und Zählungen und sicher noch mehr speicherten und überlieferten.

Ich meine diese „Stäbe“! Mein Rechenschieber war aus einem mir unbekannten Material (Plaste?), sehr haltbar und ein großes Rätsel. Im Unterricht lernten wir damit umzugehen und mussten allerhand Rechnungen durchführen. Bis auf viele Stellen nach dem Komma! Ich muss es wohl ab und zu richtig gemacht haben, jedenfalls wollten alle von mir abschreiben. Ich weiß noch, dass es wichtig war, so zu tun, als wüsste man, wie man den mittleren Stab und auch das durchsichtige Teil umherschiebt und an der richtigen Stelle ablesen musste. Hatten wir denn keine Taschenrechner?

Da fällt mir ein, im „Russenmagazin“ wurde sogar mit so einer Art Abakus gerechnet!

Hat jemand von euch Erinnerungen an den Rechenschieber?

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2 Responses to Wer hat noch damit rechnen müssen?

  1. Avatar von anneeulia anneeulia sagt:

    Ich hab die Erinnerung, dass meine Schwestern so ein Teil noch hatten.
    Ich hab zum rechnen immer die Finger genommen.😃

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  2. Avatar von friedopagel friedopagel sagt:

    Natürlich,

    nur berechnet haben wir nach meiner Erinnerung damit nicht allzu viel.

    Aber um den Umgang damit zu legitimieren, musste man Logarithmen verstehen. Und das lag ganz in meinem Sinne vom Mathematik-Verständnis: „Der Mathematiker ist von Natur aus faul!“

    Dazu hier: Sinn durch Anwendung des Logarithmus. Und nebenbei auch noch gewohnheitsmäßige Abschätzungen, hier für den Stellenwert (10 hoch irgendwas), aber auch heute noch z.B. zur Kontrolle beim Supermarkteinkauf (auf den Zettel muss man erst schauen, falls die Abweichung >5% ist).

    Für mich war die Reihenfolge, erst eine mathematische Methode oder Struktur erlernen, und diese danach erst durch seine Anwendung in der Natur zu legitimieren, sehr hilfreich. (Die Beweise der Widerspruchsfreiheit erfolgten erst später im Studium.)

    Bei meinen Enkelkindern ist die Didaktik inzwischen leider komplett umgedreht. Wenn ich mit ihnen Physik mache, kommt zurück: „Der Lehrer hat gesagt, das ist zwar richtig, aber so dürfen wir das nicht machen.“ Sorry, ich halte die Methode, immer zuerst den Weg der Entdeckung nachzuvollziehen, für wenig hilfreich. Die, die ohnehin kein Talent und keinen Bock auf Physik haben, lernen dadurch nicht mehr und werden dadurch auch nicht mehr motiviert. Und den talentierten wird dadurch die Lust an mathematischen Strukturen, die ja zum Zeitpunkt der Entdeckung noch im Nebel sind, eher genommen als gefördert.

    Aber neben dem Rechenschieber gab es ja noch die Schülke-Tafeln. Die brauchte man bis zum Abi praktisch täglich. Komisch, im Studium habe ich die größere Version, also den Bronstein-Semendjajew, noch gekauft aber kaum mal benutzt. In der Physik waren mir die Lagrange-Gleichungen in der Mechanik oder die Maxwell-Gleichungen bei der elektromagnetischen Wechselwirkung einfach viel sympathischer als diese ewige Rechnerei mit Nachschlagen in riesigen Tabellen.

    Umgekehrt sollten wir unsere heutige Mathematik aber auch nicht überschätzen. Klar ist das 10er-Stellenwert-System für die Wissenschaft unglaublich praktisch. Mit der gleichen Methode kann ich beliebig klein und beliebig groß werden. Aber die Römer haben mit ihren komischen Zahlen hunderte Kilometer hervorragend funktionierender Wasserleitungen gebaut oder Kuppelbauten wie das Pantheon oder die Hagia Sophia. Das sollten Lehrer und Eltern nicht vergessen, wenn sie mal auf ein Kind stoßen, die wohl auf Grund von bis heute rätselhaften andersartigen Gehirnverknüpfungen einfach keinen Zugang zum Stellenwertsystem finden können (Dyskalkulie). Diese Menschen sind keineswegs dumm und haben dafür andere Qualitäten.

    Mathematik beschreibt das Leben, aber Mathematik ist nicht das Leben.

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