Kurztraining bei Starkwind

Vor fast genau 2 Jahren habe ich die Theorie-Prüfung SKS abgelegt. Nun wurde die Zeit knapp, denn zwischen den Prüfungsteilen dürfen maximal 24 Monate liegen, kein Tag länger. Wir fahren nächste Woche nach Griechenland, dort hätte ich noch ein paar Tage Zeit zu üben – aber in Griechenland gibt es keine Prüfer (jedenfalls haben wir keinen gefunden). Sämtliche Segelschulen an der Ostsee bieten Wochentörns mit Prüfung an – aber ich kann keine Woche frei bekommen. In Düsseldorf bei der Boot fanden wir dann eine Schule, die Zweitagetörns mit anschließender Prüfung anbot – Sailaway in Kiel-Schilksee. Und der einzige Termin, an dem ich frei machen konnte war der 7. und 8. April. Also: los. Karsten, Florian und ich. Mittwoch abend hoch – Freitag nachmittag wieder runter. Und jetzt zum Segeln:

Paula bei Sonnenaufgang

Paula bei Sonnenaufgang

Unser Schiff: Paula, eine Dufour 35  – schönes Schiff, ließ sich sehr gut segeln, wir sind gut mit ihr klar gekommen. Unser Skipper: Uwe – war 35 Jahre bei der Marine, ruhig und geduldig, bei Bedarf auch laut, wir sind gut mit ihm klar gekommen. Der Hafen und das Seegebiet: Olympiahafen, groß, moderne Bauten (1972), kurze Ausfahrt und dann viel Platz zum Manövern, wir sind gut klar gekommen. Das Wetter: kein Regen. Aber Wind. Viel Wind. Noch mehr Wind.

Am Donnerstag haben wir sämtliche Manöver geübt, die in der Prüfung wichtig sind: Boje über Bord unter Motor und unter Segeln haben auch ganz gut geklappt, mit Reff 2 und gerefftem Vorsegel sind wir auch etliche Manöverkreise gefahren. Da wir zu viert waren, hatten wir auch die ganze Zeit zu tun und wurden nicht kalt. Zwischendurch sind wir aber immer mal wieder in den Hafen, weil der Wind zu stark wurde. Gegen Nachmittag wurde der Wind zu stark, da haben wir aufhören müssen.

Also: abendlicher Strandspaziergang und Essen beim Italiener. Knoten üben und Kommandosprache. Früh in die Koje, um fit zu sein. Ablegen am Freitag: 0830. Noch mehr Wind. Manöver nur unter gerefftem Vorsegel. Hat bei allen geklappt, bei mir aber nicht. Das Segel und meine Nerven flatterten. Wieder in den Hafen, Vorsegel wechseln (ein kleineres) und Besprechung Skipper-Crew (richtet euch darauf ein, dass keine Prüfung stattfindet), Skipper – Prüfer, Prüfer – Crew, Skipper – Crew….. Und inzwischen Windstärke 8. Franz, unser vierter Mann, verlor schon die Nerven und wollte nicht mehr die Prüfung machen, ich versuchte, in mich zu gehen und wenigstens im Geiste nochmal die Manöver zu fahren. Auf die Windanzeige habe ich ab da nicht mehr geschaut.

Dann: Prüfungsfahrt unseres Nachbarschiffes. Die sind die ganze Woche lang gesegelt und waren fit. Sie kamen nach relativ kurzer Zeit wieder – alle bestanden. Die zweite Prüferin war eine kleine Dame in Rente, die vorher Bedenken hatte und die Prüfung lieber verschieben wollte, aber jetzt voller Elan war: „Draußen ist es doch gar nicht so schlimm.“ Dann los.

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