Das wollten wir wissen. Deshalb fuhren wir gestern nach Göttingen zu einem Vortrag von Prof. Dr. Harald Lesch. Den kennen wir aus diversen Fernsehsendungen. Und ihn wirklich zu erleben, haben wir uns gut und interessant vorgestellt. Und in Wirklichkeit war es: hervorragend, faszinierend, großartig, kurzweilig, packend, amüsant, erhellend, anregend, erstaunlich, unglaublich, spannend, aufregend, fesselnd, atemberaubend, furios, mitreißend, eindringlich, sehenswert, hörenswert, erlebenswert und natürlich lehrreich.
Meine Fotos sind leider nicht so gut geworden, wie ich erhoffte. Die kleinen Filmchen muss ich erst noch ins richtige Format bringen, um sie hochzuladen. Mitgeschrieben habe ich auch nur ein bisschen – jegliches Dokumentieren habe ich bald aufgegeben, weil es viel, viel besser war, ihm einfach ohne Ablenkung zu folgen. Aber hier ein paar Notizen, natürlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen:
“ Wer hat das olympischste Gesicht? – Wer hat die meisten Ringe unter den Augen?“
„Wieso gibt’s überhaupt noch Menschen, die keine Physik betreiben?“
„Das Universum hat nix zu tun mit uns – wo Sie auch um sich rumschauen – alles Kohlenstoffeinheiten mit Überbau – das Erfolgsrezept der Evolution!“
„Das Universum ist angefüllt mit schlecht gelaunten Elektronen – und auch noch ganz wenigen!“
„Wir können nicht sagen, was wahr ist. Wir können nur sagen, was nicht falsch ist.“
„Unsere Hypothesen müssen an den Erfahrungen scheitern können.“
„Da war schon viel Schönes dran!“ („Das sagt der Regisseur immer zu mir – also machen wir es nochmal.“)
„Ich könnte mich auch irren. Glauben Sie mir kein Wort!“
„Entschuldigung. Ich leide unter Assoziationswahnsinn.“
“ Ich hab‘ immer das Gefühl, da geht noch eine Schublade auf: „Ich will auch noch was sagen!““
„Hej. Keine Ahnung von Wahrheit. Aber für den Öffentlichen Dienst nicht schlecht !“
„Die Gravitation gewinnt immer! Die Materie läuft immer dahin, wo ein bisschen mehr ist!“
„Das ist Standard – Folklore!“
Sehr beeindruckend fand ich seine Art, wie er gesprochen und erklärt hat. Eine Verbindung von Physik, Mathematik, Astronomie, Philosophie, Geschichte, Biologie (Evolution) und wahrscheinlich noch mehr. Ohne Manuskript oder irgendwelche Notizen, 2 Stunden frei sprechend, ohne Power-Point oder überhaupt eine Projektion oder Bilder, hin und hergehend auf dem Podium, die einzigen Requisiten waren ein Laser-Pointer aus seiner Jackentasche und ein Stück Kreide auf dem Boden als Urknall! Zu Beginn sagte er, die Bilder müssen bei uns im Kopf entstehen, sonst hätte es eh keinen Zweck! Und gleich mit seinen ersten Sätzen hatte er das gesamte Publikum (ich schätze so 800 Leute) auf seiner Seite. Bis zum letzten Satz. Er endete mit einer Anekdote und das Lachen ging in gewaltigen Applaus über. Es gab viele Fragen, die er beatwortete, die ich aber leider gar nicht verstand. Der Abend ging viel zu schnell zu Ende.
Übrigens: Aktuell läuft die Sendereihe „Denker des Abenlandes“ auf BR alpha, „Abenteuer Forschung“ im ZDF und übers Internet auch seine ganzen anderen Sendungen.
